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LCA-Studie zu HCPK-Synthesewegen für Photoinitiatoren
Ein internationales Forschungsteam hat sechs Synthesewege für den Photoinitiator 1-Hydroxycyclohexyl-Phenyl-Keton (HCPK) mittels Lebenszyklusanalyse (LCA) verglichen. Als umweltverträglichste Route erwies sich die α-Chlorierung von Cyclohexyl-Phenyl-Keton mit anschliessender nukleophiler Substitution. HCPK zeigte zudem eine bessere Performance als klassische thermische Initiatoren wie Benzoylperoxid.
Photoinitiatoren werden seit langem als Alternativen zu thermischen Initiatoren untersucht, um Polymerisationstemperaturen und damit den Wärmeverbrauch zu reduzieren. Die Synthese von Poly(vinylacetat-co-crotonsäure) stellt einen geeigneten Anwendungsfall dar, um Photoinitiationsstrategien zu erforschen. In der aktuellen Studie wurden zunächst verschiedene kommerzielle Photoinitiatoren experimentell getestet, wobei sich Hydroxycyclohexyl-Phenyl-Keton (HCPK) gegenüber anderen Alternativen als besonders wirksam erwies. Anschliessend nutzte das Forschungsteam die Lebenszyklusanalyse (LCA), um sechs alternative Synthesewege zur Herstellung von HCPK zu vergleichen.
Die Bewertung basierte auf drei unterschiedlichen Datenquellen: Labormassstab, fortgeschrittene Prozessberechnungen und softwaregestützte Modellierung. Die beiden letztgenannten Ansätze repräsentieren die industrielle Massstabsebene. Von den sechs analysierten Synthesewegen erwies sich die Route mit einer initialen α-Chlorierung von Cyclohexyl-Phenyl-Keton, gefolgt von einer nukleophilen Substitution, als umweltverträglichste Option.
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Skaleneffekte reduzieren Umweltbelastungen
Wie erwartet zeigt sich ein allgemein rückläufiger Trend der Umweltauswirkungen beim Übergang vom Labormassstab zur softwaregestützten industriellen Modellierung. Dies dürfte auf Prozessoptimierungen in grösserem Massstab zurückzuführen sein. Die Studie liefert damit wertvolle Erkenntnisse für die Bewertung der Umweltverträglichkeit von Photoinitiator-Syntheseprozessen und macht deutlich, dass frühzeitige LCA-Betrachtungen auf industrieller Massstabsebene aussagekräftiger sind als reine Labor-LCAs.
Insgesamt demonstriert die Arbeit, dass die Synthese von Poly(vinylacetat-co-crotonsäure) via Photopolymerisation machbar ist und HCPK unter denselben Bedingungen besser abschneidet als thermische Initiatoren wie Benzoylperoxid. Während LCA im Labormassstab ein wertvolles Screening-Werkzeug darstellt, wird eine genauere frühe LCA-Modellierung durch die Simulation im industriellen Massstab erreicht. Für Formulierer und Rohstoffhersteller im Bereich UV-härtender Systeme liefern die Ergebnisse eine belastbare Grundlage, um die Nachhaltigkeit von Photoinitiator-Synthesewegen systematisch zu bewerten und zu optimieren.
Quelle: Arfelli, F. et al. Addressing sustainability in photopolymerization: comparative LCA study of six synthetic routes of 1-hydroxycyclohexyl phenyl ketone as photoinitiator for copolymer applications. Green Chem. 28, 11815–11825 (2026). https://doi.org/10.1039/d6gc01823h