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„Regulierung mit Augenmaß“ – Was sich Bastian Herfel für den VdL vorgenommen hat

Seit Oktober 2024 ist Bastian Herfel Referent für Wirtschaftspolitik beim Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL). Als Nachfolger von Christoph Maier, der Anfang April in den Ruhestand geht, verantwortet er damit künftig den Bereich Wirtschaft und Finanzen. Im Interview mit FARBE UND LACK-Redakteurin Kirsten Wrede spricht er über seine ersten Monate, aktuelle Herausforderungen wie Antidumpingzölle und seine Ziele für die kommenden Jahre.

Bastian Herfel ist seit Oktober 2024 für die wirtschaftspolitischen Themen beim VdL verantwortlich. Source: VdL / Dina Photo Stories - stock.adobe.com

Wie waren die ersten Monate für Sie?

Bastian Herfel: Ich habe im Oktober 2024 beim VdL angefangen und seitdem eine sehr intensive und spannende Zeit erlebt. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Analyse der konjunkturellen Entwicklung der Lack- und Druckfarbenindustrie. Gerade zu Beginn war es wichtig, ein tiefgehendes Verständnis für diesen Markt zu entwickeln – von den Wertschöpfungsketten der Branche bis hin zur Analyse relevanter Konjunkturstatistiken. In diesem Zusammenhang bin ich besonders Christoph Maier, dem Leiter Wirtschaft und Finanzen im VdL, dankbar, der sich viel Zeit genommen und sein wertvolles Erfahrungswissen mit mir geteilt hat.

In den ersten Monaten habe ich an verschiedenen Gremiensitzungen des Verbands teilgenommen und so Arbeitsweise sowie Struktur des VdL kennengelernt. Besonders spannend war es, die unterschiedlichen Fachgruppen zu erleben und die Vielfalt der Branchenthemen zu entdecken. Dabei wurde schnell deutlich, dass die Mitgliedsunternehmen je nach Produktgruppe vor ganz unterschiedlichen – insbesondere regulatorischen – Herausforderungen stehen. Durch die Gremienarbeit hatte ich zudem Gelegenheit, die Kontakte zu den Ansprechpartnern der Mitgliedsunternehmen auszubauen. Bei den Fachgruppen konnte ich bereits erste Einblicke in meine Arbeit geben und die Unternehmen über die aktuelle konjunkturelle Lage informieren.

Was haben Sie sich persönlich für Aufgaben und Ziele gesetzt?

Herfel: 2024 beschäftigte sich der Verband intensiv mit den neu auferlegten Antidumpingzöllen auf Titandioxid aus China. Diese von der EU-Kommission verhängten Maßnahmen stellen eine erhebliche Herausforderung für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche dar. Da auch aus den USA Zölle drohen, rechnen wir damit, dass ähnliche Fälle in Zukunft auf die Branche zukommen. Deshalb ist es für den VdL entscheidend, gut vorbereitet zu sein. Ein wichtiger Schwerpunkt meiner Arbeit wird daher sein, mich intensiv mit Handelsschutzmaßnahmen auseinanderzusetzen. Dabei werde ich insbesondere analysieren, inwieweit die Verfahren der EU-Kommission die Interessen der Downstream-Industrien sowie kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) angemessen berücksichtigen. Zudem ist es mein Ziel, diese Interessen aktiv in den politischen Diskurs einzubringen und zu vertreten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die kontinuierliche Optimierung der Marktberichte und der Informationen zur konjunkturellen Lage. Dabei geht es nicht nur darum, neue Ideen einzubringen, sondern auch die bestehenden Prozesse zur Datenaufbereitung weiter zu verbessern und, wo möglich, zu automatisieren.

Sie haben ja Ihre Karriere in der Industrie gestartet und sind nun zu einem Verband gewechselt. Was gefällt Ihnen an Ihrer neuen Arbeit?

Herfel: An der Verbandsarbeit gefällt mir besonders die hohe politische Relevanz. Schon während meines volkswirtschaftlichen Studienschwerpunkts habe ich mich intensiv mit wirtschaftspolitischen Themen beschäftigt, und auch privat bin ich politisch sehr interessiert. Diese Leidenschaft kann ich nun beim VdL noch weiter vertiefen.

Zudem gefällt mir, dass die Themen hier nicht mehr nur aus der Perspektive eines einzelnen Unternehmens behandelt werden, sondern auf einer Ebene, die die gesamte Branche betrifft. Dennoch ist es wichtig, die Bedürfnisse und Herausforderungen der Mitgliedsunternehmen zu verstehen. Durch meine bisherigen Erfahrungen beim Industrieunternehmen Grohe konnte ich wertvolle Einblicke in diese Perspektive gewinnen. Umso mehr schätze ich die Möglichkeit, dieses Wissen nun in einem dynamischen Team beim VdL einzubringen und den industriellen Sektor weiterhin aktiv zu unterstützen.