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Lack- und Farbenbranche: Rückgänge prägen das Jahr 2025

Die deutsche Lack- und Druckfarbenindustrie kämpft mit gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen. Absatzmengen und Umsätze sinken deutlich, während nur wenige Sektoren Hoffnungsschimmer verzeichnen. Der Verband fordert politische Reformen und Bürokratieabbau, um die Branche zu stabilisieren.

Martin Kanert und Dr. Harald Borgholte am 12. Februar 2026 in Frankfurt.
Martin Kanert und Dr. Harald Borgholte am 12. Februar 2026 in Frankfurt. Quelle: Farbe und Lack

Die deutsche Lack- und Druckfarbenbranche blickt auf ein schwieriges Jahr 2025 zurück. Laut der Jahrespressekonferenz des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. (VdL) sank der Inlandsabsatz um 2,8 %, während der Umsatz um 1,2 % zurückging und sich auf 5,8 Milliarden Euro beläuft. „Die gesamtwirtschaftliche Schwäche zeigt weiterhin erhebliche Auswirkungen auf unsere Branche“, erklärte VdL-Präsident Dr. Harald Borgholte. Für 2026 prognostiziert der Verband einen weiteren Rückgang der Verkaufsmengen um 2 %.

Vor allem der Bautenfarben- und Druckfarbenbereich verzeichnete 2025 deutliche Einbußen. Die Mengen an Bautenfarben und Putzen gingen um 3,5 % zurück, was auf die schwache Bauwirtschaft und reduzierte Bauinvestitionen zurückzuführen ist. Auch der Rückgang im Do-It-Yourself-Segment (-2 %) und im Profi-Sektor (-4 %) spiegelt die schwierige Marktsituation wider. Im Druckfarbenbereich sank die Absatzmenge um 5 %, hauptsächlich aufgrund des schrumpfenden Publikationsdrucks. Ein leichtes Wachstum gab es hingegen im Verpackungsdruck.

Hoffnungsschimmer bei Industrielacken und Außenhandel

Der Sektor der Industrielacke leidet unter der schwachen Nachfrage des verarbeitenden Gewerbes und verzeichnet einen Rückgang um 1,2 %. Während Bereiche wie Möbel und Holz (-3,5 %) sowie Autoreparaturlacke (-5 %) nachgeben, bietet der Bereich Korrosionsschutzbeschichtungen mit einem Wachstum von 3 % einen positiven Ausblick. Diese Entwicklung ist vor allem auf staatliche Infrastrukturprojekte zurückzuführen. „Für 2026 erwarten wir in diesem Bereich immerhin eine schwarze Null“, so Borgholte.

Der Außenhandel bleibt ein stabilisierender Faktor für die Branche. Der Exportwert stieg 2025 um 1 % auf 3,7 Milliarden Euro, während die Importe deutlich um 3,5 % auf 1,3 Milliarden Euro wuchsen. Für 2026 prognostiziert der Verband weitere moderate Zuwächse, begünstigt durch eine leicht positive Konjunktur im Ausland.

Forderung nach politischen Reformen und Bürokratieabbau

VdL-Präsident Borgholte und Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Kanert betonten auf der Pressekonferenz die Notwendigkeit politischer Reformen. „Die deutsche Wirtschaft stagniert seit sechs Jahren und bleibt auf dem Niveau von 2019“, analysierte Borgholte. Um die Branche zu stabilisieren, seien tiefgreifende strukturelle Reformen und ein umfassender Bürokratieabbau erforderlich. „Wir fordern mehr Mut und Entschlossenheit bei der Entbürokratisierung“, so Borgholte. Der sogenannte Bau-Booster könnte ab 2027 eine dringend benötigte Erholung im Bautenfarbenbereich bewirken.

Kanert ergänzte, dass die Bedeutung der Chemieindustrie in Europa zwar erkannt wurde, erste Entlastungen jedoch oft im Detail verloren gingen. Insbesondere bei der Gesetzgebung zur Kreislaufwirtschaft drohten neue Belastungen. „Ein Anfang ist gemacht, aber es liegt noch sehr viel Arbeit vor uns.“

Die vollständige Pressemitteilung sowie Wirtschaftsgrafiken zu einzelnen Sektoren finden Interessierte unter www.WirSindFarbe.de.