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Hydrogel-Beschichtungen: Formulierung steuert Antifouling
Ein dänisches Forschungsteam hat systematisch untersucht, wie Zusammensetzung und Umgebungsparameter die Gelbildung in Xanthan-basierten Hydrogel-Antifouling-Beschichtungen beeinflussen. Mittels optischer Kohärenztomographie und Rheometrie identifizierten die Forschenden optimale Formulierungsbedingungen für langlebige, biozidarme maritime Beschichtungen und legten die Bedeutung des Salzgehalts für die Gelstabilität offen.
Hydrogel-Antifouling-Beschichtungen auf Basis von Xanthan (XG) können den Einsatz von Bioziden reduzieren, indem sie bei Kontakt mit Meerwasser eine In-situ-Schutzbarriere gegen maritime Biofouling bilden. Die Formulierungs- und Umgebungsfaktoren, die Bildung und Haltbarkeit dieser Hydrogele steuern, sind aufgrund der dünnen, transparenten und schnell trocknenden Natur dieser Schichten jedoch bislang nur unzureichend verstanden. Die Studie untersucht daher systematisch die Effekte von Beschichtungsformulierung und Salzgehalt auf Gelbildung, Stabilität und mechanische Eigenschaften XG-basierter Hydrogel-Beschichtungen.
Zur Charakterisierung setzten die Forschenden optische Kohärenztomographie (OCT) und Rheometrie ein, um die Effekte über verschiedene Bindemittelsysteme hinweg zu erfassen: ein inertes Acrylsystem, ein chemisch aktives Rosin-System sowie ein chemisch aktives selbstpolierendes Silyl-Acryl-System. Innerhalb des getesteten Parameterraums zeigte ein inertes Acryl-Bindemittelsystem mit einem PVK/KPVK-Verhältnis von rund 1,0, 10 % XG und einer Partikelgrösse von unter 32 µm die günstigste Kombination aus Hydrogel-Bedeckung, Gelfestigkeit und Beschichtungsintegrität.
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Xanthan-Gehalt und Partikelgrösse beeinflussen Gelbildung
Ein höherer XG-Gehalt erhöhte zwar die Geldicke und -festigkeit, führte jedoch auch zu einer verstärkten Beschädigung der Beschichtungsoberfläche. Kleinere Partikel erzeugten glattere, homogenere Gele – XG-Schichten aus Partikeln unter 5 µm erschwerten allerdings die OCT- und rheologische Analyse. Interessanterweise zeigten Geldicke und -festigkeit oft eine inverse Beziehung bei veränderten Verhältnissen, was auf hydratationsabhängige Zustände hindeutet. Alle Gele schwächten sich zudem im Verlauf der Einlagerung ab, obwohl die Dicke stabil blieb.
Die chemisch aktiven Bindemittelsysteme auf Rosin- und Silyl-Acryl-Basis schnitten anfangs vergleichbar mit den inerten Systemen ab. Nach 15 Tagen kam es jedoch zu drastischer Quellung, Auflösung und Kollaps – ein Befund, der die Langzeitstabilität dieser Systeme einschränkt und für die praktische Anwendung von hoher Bedeutung ist.
Salzgehalt als kritischer Umgebungsparameter
Der Salzgehalt erwies sich als entscheidender Faktor für die Gelstabilität: Bei einem Salzgehalt von 1,8 % oder mehr blieben die Gele 30 Tage lang stabil, während sie bei niedrigeren Werten rasch degradierten. Damit ist der Einsatz dieser Beschichtungen auf ausreichend salinen Gewässer beschränkt – eine wichtige Einschränkung für Anwendungen in Brackwasser oder bestimmten regionalen Gewässern.
Die Ergebnisse unterstreichen, wie Formulierungs- und Umgebungsfaktoren gemeinsam die Hydrogel-Performance bestimmen. Für die Entwicklung langlebiger, biozidarmer maritimer Beschichtungen liefert die Studie wertvolle Designleitlinien, die insbesondere im Kontext verschärfter regulatorischer Anforderungen an biozidhaltige Antifouling-Systeme an Bedeutung gewinnen. Der methodische Ansatz mit OCT ermöglicht dabei erstmals eine detaillierte Echtzeit-Analyse der Hydrogel- und Beschichtungsstrukturen.
Quelle: Lindner, S. et al. Time-dependent gel formation analysis in hydrogel antifouling coatings: Influence of coating composition and environmental parameters. Prog. Org. Coat. (2026). https://doi.org/10.1016/j.porgcoat.2026.110227