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Antidumpingzölle auf Titandioxid: KMU am stärksten betroffen

CEPE hat enttäuscht auf die Verordnung der Europäischen Kommission reagiert, die Antidumpingzölle auf die Einfuhr von Titandioxid aus. Die Geschäftsführerin des Verbandes, Christel Davidson, befürchtet, dass solche Maßnahmen in Zukunft zunehmen werden und zu einem Wettbewerbsnachteil für europäische Farben- und Lackhersteller führen werden. Das Interview führte Damir Gagro.
Christel Davidson, Managing Director, CEPE
Christel Davidson, Managing Director, CEPE Quelle: CEPE

Wie reagiert CEPE auf die Verordnung?
Christel Davidson: Wir sind in der Tat enttäuscht, obwohl die Europäische Kommission eine Ausnahmeregelung für TiO2 zur Verwendung in der Produktion weißer Druckfarben gewährt hat und die Antidumpingzölle nicht rückwirkend gelten werden. Unserer Ansicht nach werden in der Verordnung die Auswirkungen der Einführung dieser Zölle auf die Wettbewerbsfähigkeit der nachgelagerten TiO2-Nutzer, insbesondere der Farbenhersteller, nicht ausreichend berücksichtigt. Kleinere Unternehmen, die den lokalen EU-Markt bedienen, werden von dieser Entscheidung am stärksten betroffen sein. Als CEPE befürchten wir, dass die höheren Produktionskosten für EU-Hersteller, die in Europa produzieren, zu einem Anstieg der Importe von billigeren Farben führen werden, die außerhalb der EU unter Verwendung von chinesischem TiO2 hergestellt werden, das nicht den Antidumpingzöllen unterliegt. Dies bedeutet, dass Farbenhersteller in der EU einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Herstellern in anderen Teilen der Welt haben werden, die TiO2 weiterhin zu niedrigeren Preisen aus China beziehen und ihre Farben auf dem EU-Markt verkaufen können.

Was sind die nächsten Schritte von CEPE?

Davidson: Gemeinsam mit unseren nationalen Verbänden werden wir die Einfuhren von Farben und Druckfarben aus Ländern außerhalb der EU überwachen. Da derzeit auch andere Antidumpingverfahren, wie z. B. für Epoxidharze, laufen und in Zukunft wahrscheinlich weitere Fälle hinzukommen werden, möchten wir ein Webinar für unsere Mitglieder organisieren, das sich insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen richtet, um das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie sich Unternehmen frühzeitig in den Prozess einbringen können.

Was kann man in dieser Phase tun?

Davidson: Die Antidumpingmaßnahmen werden für fünf Jahre verhängt. Daher kann man nur wenig tun. Allerdings ist es theoretisch möglich, dass ein Exporteur, Importeur oder Hersteller in der Gemeinschaft eine Interimsüberprüfung beantragt, sobald die Maßnahme ein Jahr lang in Kraft war. Ein Mitgliedstaat oder die Europäische Kommission können hingegen jederzeit eine solche Überprüfung beantragen. Die Interimsüberprüfung kann entweder umfassend sein und sich mit Themen wie Dumping, Schädigung und Gemeinschaftsinteresse befassen, oder partiell, wobei der Schwerpunkt auf bestimmten Aspekten wie Dumping liegt.

Lesetipp Titandioxid

Welche Relevanz im Thema Titandioxid steckt, verdeutlicht folgende Zahl: Titandioxid-Pigmente stellen rund 60% der weltweiten Pigmentproduktion dar. Die zweite, überarbeitete Auflage des Lehrbuchs „Titandioxid: Produktion, Eigenschaften und effektiver Einsatz“ vermittelt komplexe Zusammenhänge einfach und verständlich. Für Praktiker:innen ist dieses Buch die perfekte Informationsquelle zu den Eigenschaften und Anwendungen von Titandioxid-Pigmenten. Kosten zu minimieren und effizient zu formulieren sind in diesem Kontext elementar. Entsprechend werden die Möglichkeiten und Grenzen des Ersatzes durch andere Stoffe bzw. durch andere Umformulierungsstrategien durchleuchtet. Ebenso das bedeutsame Thema Titandioxid als UV-Absorber bzw. als Effektpigmente wird aufgegriffen.