Das Jahr 2024 war für die Farben- und Lackindustrie erneut geprägt von Herausforderungen. Die anhaltend schwache Konjunktur, steigende Regulierungsvorgaben und unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen wirkten sich auf viele Unternehmen aus. Der Blick auf 2025 fällt ebenfalls skeptisch aus. Von Damir Gagro
Derzeit steht die Lackindustrie vor großen Herausforderungen.
Bildquelle: Diki - stock.adobe.com
Die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der Farben- und Lackbranche ziehen ein gemischtes Fazit zum Geschäftsjahr 2024. Während viele Unternehmerinnen und Unternehmer mit dem Geschäftsverlauf insgesamt zufrieden waren, blieben die Ergebnisse in zahlreichen Fällen hinter den Erwartungen zurück. Einigkeit herrscht hingegen bei der Einschätzung der anhaltenden Herausforderungen, die den Unternehmen weiterhin schwer zu schaffen machen und den Blick in die Zukunft trüben. Mit einer raschen Erholung rechnet kaum jemand.
Traditionell befragt die Redaktion von FARBE UND LACK die Branche, um ein Stimmungsbild zu zeichnen: Wie lief das vergangene Jahr, und wie sehen die Erwartungen für das anstehende Jahr aus? In diesem Jahr nahmen 32 Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer von Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an der Umfrage teil. Ihre Rückmeldungen zeichnen ein durchwachsenes Bild: Trotz eines teilweise zufriedenstellenden Jahresverlaufs belasten zahlreiche Widrigkeiten die Branche und lassen viele skeptisch in die Zukunft blicken.
Herausforderungen auf breiter Front
Als besonders belastend empfinden die Befragten die Vielzahl der Probleme, die nicht schrittweise, sondern gleichzeitig auftreten. Die stark gestiegene Bürokratie, verbunden mit immer höheren Kosten in fast allen Bereichen, belastet die Unternehmen spürbar. Die wirtschaftliche Lage bleibt daher auch im Jahr 2025 angespannt. Die Mehrheit der Befragten zeigt sich wenig optimistisch und erwartet keine rasche Entspannung der Lage. Die Branchenvertreter betonen, dass grundlegende Weichenstellungen – etwa bei der Kostenregulierung oder der Bürokratieentlastung – dringend notwendig sind, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Wann die Stimmung umschwingt und sich die wirtschaftliche Situation stabilisiert, war eine weitere Frage an die Entscheiderinnen und Entscheider. Auch hier sind die wenigsten optimistisch. Nur 20 % erwarten, dass sich die Lage noch in diesem Jahr bessert. Allerdings erst gegen Ende des Jahres. Die überwiegende Mehrheit, nämlich 80 % der Befragten, sieht keine Erholung im Jahr 2025, sondern frühestens ab 2026.
Gemischte Bewertungen
„Das Geschäftsjahr war geprägt von schwierigen Rahmenbedingungen, die das Wachstum erheblich beeinträchtigten. Herausforderungen wie volatile Märkte, gestiegene Kosten und unsichere wirtschaftliche Entwicklungen sorgten für eine durchwachsene Entwicklung. Trotz dieser Hürden konnten einzelne Bereiche positive Impulse setzen und zur Stabilisierung beitragen.“
Edwin Hribek, Vorstand, Auro
„Wir mussten feststellen, dass das Jahr 2024 die Wirtschaftsunternehmen und den Mittelstand vor weitere enorme Herausforderungen gestellt hat. Die anhaltend hohe Belastung durch Energiekosten für energieintensive Branchen, wie u.a. die chemische Industrie, sowie politische Unsicherheiten in Deutschland und der Welt und schlechte Konjunkturdaten führten zu weiteren Belastungen.“
Jaqueline Eicke, Geschäftsführerin, Vestocor
„Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2024 ist besser verlaufen, als wir es angesichts der marktwirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen zu Beginn des Jahres erwartet hatten.“
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