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Evonik hebt Prognose für 2026 an
Dank Lieferengpässen asiatischer Wettbewerber und gestiegener Preise meldet Evonik überraschend starke vorläufige Zahlen für das zweite Quartal 2026. Der Essener Spezialchemiekonzern hebt seine Jahresprognose an, warnt jedoch vor Unsicherheiten im zweiten Halbjahr.
Der Spezialchemiekonzern Evonik hat vorläufige Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht und überrascht mit einem bereinigten EBITDA von 600 bis 650 Mio. EUR. Dies entspricht einer Steigerung von durchschnittlich 23 % gegenüber dem Vorjahreswert von 509 Mio. EUR. Ursprünglich hatte das Unternehmen für das Quartal mindestens 550 Mio. EUR prognostiziert. Hauptursache für die unerwartet positive Entwicklung sind Lieferengpässe asiatischer Wettbewerber, die durch die Blockade der Straße von Hormus und gestiegene Energiepreise in Asien entstanden sind.
„Diese Ergebnisentwicklung ist sowohl auf höhere Verkaufsmengen als auch auf höhere Preise zurückzuführen“, so Evonik. Das Segment Advanced Technologies profitierte besonders von der angespannten Lage in den globalen Lieferketten. Trotz dieser kurzfristigen Vorteile bleibt das Unternehmen vorsichtig: „Die vorteilhafte Situation dürfte sich im Jahresverlauf abschwächen, wenn sich der weltweite Schiffsverkehr normalisiert.“
Evonik hebt Prognose für 2026 an und setzt Sparprogramm fort
Auf Basis der starken Quartalszahlen hat Evonik die Prognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Der Konzern erwartet nun ein bereinigtes EBITDA zwischen 2,0 und 2,2 Mrd. EUR, nachdem zuvor 1,7 bis 2,0 Mrd. EUR angestrebt wurden. Im Geschäftsjahr 2025 lag das bereinigte EBITDA bei 1,9 Mrd. EUR. Der Free Cashflow soll ebenfalls eine Verbesserung erfahren, mit einer angestrebten Cash Conversion Rate von 40 %.
Dennoch bleibt Evonik angesichts struktureller Herausforderungen in der chemischen Industrie auf Kurs mit seinem Sparprogramm „Evonik Tailor Made“. Zwischen 2024 und 2026 sollen 2.800 Stellen abgebaut werden, gefolgt von weiteren 3.200 Stellen bis 2029. Diese Maßnahmen sollen die langfristige Wettbewerbsfähigkeit durch eine verbesserte Kostenstruktur sichern. Besonders betroffen ist die Verwaltung am Hauptsitz in Essen sowie operative Einheiten.
Ausblick und Unsicherheiten für die zweite Jahreshälfte
Die starke Performance im ersten Halbjahr 2026 – mit einem bereinigten EBITDA von rund 1,1 Mrd. EUR – basiert größtenteils auf kurzfristigen Sondereffekten. Evonik warnt vor Unsicherheiten in der zweiten Jahreshälfte, insbesondere wenn sich die globalen Lieferketten stabilisieren. Dennoch rechnet das Unternehmen in bestimmten Geschäftsbereichen, wie Animal Nutrition, weiterhin mit einem positiven Momentum.
Die finalen Quartalszahlen für Q2 2026 werden am 4. August veröffentlicht. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie sich die geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf die weitere Geschäftsentwicklung des Unternehmens auswirken.