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CO₂ als Rohstoff: Neues Katalysatorsystem macht Klimagas nutzbar für die Chemie

Forschende von Evonik, dem Leibniz-Institut für Katalyse und der Ruhr-Universität Bochum haben ein neuartiges Katalysatorsystem entwickelt, das Kohlendioxid (CO₂) als nachhaltigen Rohstoff für die chemische Industrie erschließt. Damit lassen sich wichtige Grund- und Spezialchemikalien umweltfreundlicher herstellen.

Mit einem neuen bimetallischen Katalysatorsystem wird CO₂ zum Rohstoff für die Herstellung industriell relevanter Chemikalien. Quelle: Liza - stock.adobe.com

Ein Forschungsteam von Evonik Oxeno, dem Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT) und der Ruhr-Universität Bochum hat ein Verfahren vorgestellt, das das Klimagas Kohlendioxid (CO₂) als Rohstoffquelle in der chemischen Industrie nutzbar macht. Das neu entwickelte bimetallische Katalysatorsystem ermöglicht es, das giftige Kohlenmonoxid (CO), das bisher in Carbonylierungsprozessen eingesetzt wurde, durch CO₂ in Kombination mit grünem Wasserstoff zu ersetzen.

Die Carbonylierung zählt zu den zentralen Reaktionswegen der chemischen Industrie. Dabei werden Olefine – ungesättigte Kohlenwasserstoffe – zu Estern oder Säuren umgesetzt, die als Bausteine für Kunststoffe, Acrylglas oder Duftstoffe dienen. Mit dem neuen Katalysator lassen sich diese Prozesse ressourcenschonend gestalten.


Veranstaltungstipp: Nachhaltig formulieren

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Nachhaltige Alternative für industrielle Prozesse

Das System basiert auf den Übergangsmetallen Iridium und Palladium sowie einem industriell bewährten Phosphinliganden. Es zeichnet sich durch eine hohe Selektivität zu linearen Produkten aus – ein Merkmal, das für industrielle Anwendungen besonders relevant ist.

„Die direkte Nutzung von CO₂ als Rohstoff ist ein Meilenstein für die nachhaltige Chemie im industriellen Maßstab“, erklärt Prof. Dr. Robert Franke, Projektleiter bei Evonik Oxeno. Auch Dr. Ralf Jackstell vom LIKAT betont die Bedeutung des Ansatzes: „CO₂ wird hier nicht als Abfall, sondern als wertvoller Rohstoff betrachtet.“

Mit diesem Verfahren könnte die chemische Industrie künftig Basischemikalien und Spezialprodukte – von Methylmethacrylat bis Valeriansäuremethylester – klimafreundlicher herstellen und einen Beitrag zur Defossilierung leisten.

Quelle: Evonik / Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT) / Ruhr-Universität Bochum, 2025.