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Venator-Rettung: ICIG übernimmt Chemiewerk in Duisburg
Die Übernahme des insolventen Venator-Werks in Duisburg durch die International Chemical Investors Group (ICIG) sichert 350 Arbeitsplätze. Während die Mitarbeiter dort aufatmen können, bleibt die Zukunft des Titandioxid-Werks in Krefeld weiterhin ungewiss.
Das insolvente Chemiewerk Venator Germany in Duisburg hat eine Zukunft: Die International Chemical Investors Group (ICIG) übernimmt den Standort und sichert damit 350 Arbeitsplätze. Die Übernahme ist Teil eines umfassenden Sanierungsprozesses, der von der Insolvenzverwaltung Anchor begleitet wird. Damit endet für die Belegschaft in Duisburg eine monatelange Phase der Unsicherheit.
Die ICIG, ein weltweit agierender Investor mit Fokus auf mittelständische Chemie- und Pharmaunternehmen, sieht großes Potenzial in der Weiterentwicklung des Standorts. Das Werk in Duisburg ist spezialisiert auf die Produktion von funktionellen Additiven, die unter anderem in Farben, Lacken und Kunststoffen verwendet werden. Die etablierten Marken des Standorts, darunter Sachtolith und Blanc Fixetm, sollen weiter gestärkt werden. Die Übernahme steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Prüfung.
Hintergründe der Insolvenz und Herausforderungen
Venator meldete im Sommer 2025 Insolvenz an, nachdem der Ukraine-Konflikt die Energie- und Rohstoffkosten massiv in die Höhe getrieben hatte. Auch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der britischen Konzernmutter trugen zum finanziellen Druck bei. Bereits 2024 wurde die Produktion von Titandioxid in Duisburg eingestellt, und rund 300 Stellen fielen dem Einschnitt zum Opfer. Trotz der Insolvenz wurde der Betrieb am Standort Duisburg fortgesetzt, um einen Investor zu finden. Mit der ICIG scheint diese Suche nun erfolgreich abgeschlossen.
Betriebsratsvorsitzender Uwe Sova begrüßte die Übernahme und sprach von einem „Hoffnungsschimmer“ für die Belegschaft. Die Entscheidung gibt den Mitarbeitenden nach Monaten der Unsicherheit endlich Planungssicherheit.
Unklare Zukunft für Krefeld
Während die Perspektive für Duisburg gesichert ist, bleibt die Lage für das zweite Venator-Werk in Krefeld-Uerdingen weiterhin angespannt. Dort bangen 350 Mitarbeiter um ihre Jobs. Insolvenzverwalter Dr. Jan-Philipp Hoos erklärte, dass der Verkaufsprozess für den Standort Krefeld komplizierter sei. Grund dafür ist die dortige Produktion von Titandioxid, die einem intensiven Wettbewerb mit chinesischen Herstellern ausgesetzt ist. Die Konkurrenz aus China erschwert es, einen geeigneten Investor zu finden.
Die Rettung des Duisburger Werks durch die ICIG zeigt, wie wichtig gezielte Investitionen in regionale Produktionsstandorte sind. Mit mehr als 150 Jahren Geschichte gehört Venator zu den traditionsreichen Unternehmen der Chemiebranche. Die Übernahme könnte nicht nur den Standort Duisburg stabilisieren, sondern auch ein Signal für den Erhalt der industriellen Fertigung in Deutschland setzen.