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CO₂-basierte Alkohole eröffnen neue Wege für PVC-Upcycling

Forschende haben einen innovativen Ansatz entwickelt, um Polyvinylchlorid (PVC) mithilfe von CO₂-bindenden Alkoholen funktionell aufzuwerten. Die Studie liefert wertvolle Impulse für nachhaltige Recyclingprozesse.

CO₂-bindende Alkohole ermöglichen die funktionelle Aufwertung von PVC und tragen zu nachhaltigen Upcycling-Strategien bei. Quelle: krzysztofulanski - stock.adobe.com

Polyvinylchlorid gehört zu den weltweit meistproduzierten Kunststoffen – sein Recycling ist jedoch aufgrund des hohen Chlorgehalts und der geringen Kompatibilität mit gängigen Verfahren nach wie vor problematisch. Ein Team der Universität Mons hat nun untersucht, wie sogenannte CO₂-bindende Alkohole (CO₂BALs) eingesetzt werden können, um die chemische Struktur von PVC zu verändern und damit die Grundlage für ein verbessertes Upcycling zu schaffen.

Zentraler Bestandteil der Arbeit war die Nutzung von 1,5,7-Triazabicyclo[4.4.0]dec-5-en (TBD)-basierten CO₂BALs als Nukleophile für die PVC-Funktionalisierung. Untersucht wurde der Einfluss verschiedener Parameter wie Lösungsmittelpolarität, Umsetzungsgrad und Reaktionsdauer auf das Verhältnis von Substitution zu Eliminierung.


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Hohe Selektivität und thermische Stabilität

Obwohl der Substitutionsgrad mit unter 10 Gew.-% vergleichsweise niedrig blieb, wurde eine bemerkenswerte SN2/E2-Selektivität von 94/6 erreicht. Mithilfe von ¹H-NMR, FT-IR, SEC und TGA konnten die Forschenden die erfolgreiche Anbindung von Carbonatgruppen sowie Trends der thermischen Stabilität nachweisen. Ein Problem stellt die Stabilisierung der CO₂BALs in polaren Lösungsmitteln dar, was die Reaktivität mindern kann.

Um diese Hürde zu überwinden, wird derzeit an alternativen Ansätzen gearbeitet – beispielsweise dem Einsatz von Flow Chemistry –, um die Substitutionseffizienz weiter zu steigern. Die Ergebnisse zeigen, dass CO₂-basierte Strategien einen vielversprechenden Beitrag zur nachhaltigen Modifikation von PVC leisten können und so eine Brücke zwischen Polymer-Upcycling und grüner Chemie schlagen.

Quelle: Polymer Chemistry, Issue 25, 2025