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ACE-Beschichtungen: Robustheit sichert langfristigen Wert
Mit der zunehmenden Digitalisierung und den steigenden Kosten von Land- und Baumaschinen ist die Haltbarkeit der Beschichtungen entscheidend. Birgitte Weber, Byk, erläutert, warum robuste Lacke unverzichtbar sind und weshalb die Farbangleichung zwischen Pulver- und Flüssiglacken eine besondere Herausforderung darstellt. Interview von Bettina Hoffmann
Wie wichtig ist die langfristige Erscheinung des Lacks im Bereich Land- und Baumaschinen?
Birgitte Weber: Heute sind Land- und Baumaschinen digitalisiert und oft mit Hightech-Funktionen ausgestattet, was die Anschaffungskosten deutlich erhöht. Bei solch hohen Investitionen sind die Langlebigkeit der Maschinen und ein möglichst hoher Wiederverkaufswert entscheidende Kaufkriterien. Deshalb spielt die Robustheit des Lacks mit hohen Anforderungen an die langfristige Optik eine zentrale Rolle.
Beschichtungen, die durch die Auswahl geeigneter Additive ein optimiertes Leistungsportfolio aufweisen, bieten nicht nur ein ansprechendes Langzeit-Erscheinungsbild, sondern auch ein ganzes Bündel zusätzlicher Eigenschaften, die den Erhalt unterstützen. Sie schützen die Maschinen vor mechanischen Belastungen wie Steinschlag, Kratzern und Abrieb. Zudem bieten sie Korrosionsschutz, Vergilbungs- und Witterungsbeständigkeit und sind resistent gegen Chemikalien wie Schmierstoffe oder Kraftstoffe. Diese Kombination von Eigenschaften verlängert das hochwertige Erscheinungsbild und die Lebensdauer der Maschinen und reduziert so den Bedarf an häufigen Neulackierungen.
Veranstaltungstipp
Die FARBE UND LACK // KONFERENZ „Zu Gast bei Claas“ am 23. und 24. Oktober ist ein exklusiver Einblick hinter die Kulissen. Die FARBE UND LACK und Claas laden zu einem ganz besonderen Ereignis ein. Eine wissenschaftliche Konferenz zum Thema Lacksysteme für Landmaschinen in Kombination mit einer technische Fachführung über das Werksgelände bei Claas.
Wie herausfordernd ist die Farbangleichung bei unterschiedlichen Applikationsverfahren und den verschiedenen Hausfarben der Hersteller?
Weber: Pulver- und Flüssiglacke sind nicht direkt vergleichbar. Besonders bei Pulverlacken ist die Farbabstimmung herausfordernd, da ihre Zusammensetzung weniger flexibel anpassbar ist als bei Flüssiglacken. Auch Metamerie zwischen Flüssig- und Pulverlacken spielt eine wesentliche Rolle. Hier ist eine präzise Feinabstimmung durch den Pulverlackhersteller erforderlich.
Diese Prozesse sind etablierte Praxis und müssen innerhalb enger Spezifikationen erfolgen, unabhängig davon, ob es sich um RAL-Farben oder Hausfarben handelt. Bei Flüssiglacken ermöglichen moderne computergestützte Farbmanagementsysteme und gut formulierte Pigmentkonzentrate eine exakte Farbanpassung. Durch die höhere Flexibilität von Nasslacken können Abweichungen auch noch mittelfristig vor der Applikation korrigiert werden, wodurch Spezifikationen von Beginn an eingehalten werden.
Bei Pulverlacken dagegen ist die Auswahl an Pigmenten und Rohstoffen eingeschränkt. Der Einsatz von organischen und anorganischen Pigmenten ist limitiert, und die Konzentrationen lassen sich nicht beliebig variieren. Um sicherzustellen, dass die gewünschte Farbnuance reproduzierbar erzielt wird, sind daher strenge Qualitätsmanagementsysteme und Prozesse unverzichtbar.