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ACE-Beschichtungen: Erscheinungsbild prägt Wert und Markenimage

Ein langlebiger und ästhetisch ansprechender Lack schützt Maschinen nicht nur, sondern stärkt auch das Markenimage erheblich. Nico Kehr, Kansai Helios, erklärt, warum die Optik bei Land- und Baumaschinen so wichtig ist und weshalb Farbangleichung eine besondere Herausforderung darstellt. Interview von Bettina Hoffmann

Nico Kehr ist Head of Business Strategy and Business Development ACE bei Kansai Helios. Quelle: antonmatveev - stock.adobe.com / Kansai Helios

Wie wichtig ist die langfristige Erscheinung des Lacks im Bereich Land- und Baumaschinen?

Nico Kehr: Die langfristige Erscheinung von Land- und Baumaschinen ist von erheblicher Bedeutung, auch wenn ihr Gewicht je nach Anwendungsbereich, Zielgruppe und Marktsegment variiert. Ästhetisch ansprechende und langlebige Lackierungen tragen wesentlich zur Wertstabilität der Maschinen bei, da ein gepflegtes äußeres Erscheinungsbild den Wiederverkaufswert steigert. Kund:innen sehen die Lackqualität und den Zustand der Maschine oft als Indikator für die allgemeine Pflege und Wartung.

Darüber hinaus beeinflusst die Erscheinung das Markenimage erheblich. Hersteller, die Wert auf hochwertige und langlebige Lackierungen legen, unterstreichen ihre Qualitätsstandards und heben sich vom Wettbewerb ab. Funktional erfüllt der Lack außerdem wichtige Schutzaufgaben, indem er die Maschine vor Korrosion bewahrt und ihre Lebensdauer verlängert. Besonders in professionellen Anwendungen verbessert ein gut sichtbarer und gepflegter Lackfilm auch die Sicherheit, da er die Sichtbarkeit auf Baustellen oder Feldern erhöht.

Kund:innen, insbesondere im Premiumsegment, erwarten Maschinen, die auch nach Jahren optisch ansprechend sind. Dies stärkt das Vertrauen in die Marke und in das Produkt. Während funktionale Eigenschaften wie Korrosionsschutz und Robustheit unverzichtbar bleiben, gewinnt die Optik zunehmend an Bedeutung. Sie beeinflusst nicht nur den technischen Eindruck, sondern ebenso emotionale und psychologische Wahrnehmungen.


Veranstaltungstipp

Die FARBE UND LACK // KONFERENZ „Zu Gast bei Claas“ am 23. und 24. Oktober ist ein exklusiver Einblick hinter die Kulissen. Die FARBE UND LACK und Claas laden zu einem ganz besonderen Ereignis ein. Eine wissenschaftliche Konferenz zum Thema Lacksysteme für Landmaschinen in Kombination mit einer technische Fachführung über das Werksgelände bei Claas.


Wie herausfordernd ist die Farbangleichung bei unterschiedlichen Applikationsverfahren und den verschiedenen Hausfarben der Hersteller?

Kehr: Die Farbangleichung zwischen verschiedenen Applikationsverfahren sowie den spezifischen Hausfarben der Hersteller ist eine große Herausforderung. Selbst bei identischen Pigmenten können Glanzgrad und Textur variieren, was die Abstimmung erschwert. Besonders kritisch ist dies bei exakten Hausfarben, wie Corporate-Identity-Farben nach RAL oder Pantone, da schon kleinste Abweichungen das Markenbild beeinträchtigen können.

Effektfarben wie Metallic- oder Perleffekte erhöhen die Komplexität zusätzlich, da Glanz und Lichtreflexion je nach Lacktyp unterschiedlich erscheinen. Prozessbedingte Faktoren wie Applikationstechnik, Schichtdicke und Substratmaterial können das Erscheinungsbild ebenfalls verändern.

Auch externe Einflüsse wie Lichtverhältnisse und Witterung spielen eine Rolle, da verschiedene Lacktypen unterschiedlich altern. Deshalb sind hochpräzise Messtechnologien wie Spektralphotometer und eine enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Lackherstellern erforderlich. Simulationen unter realen Bedingungen und die Standardisierung von Farbmusterkarten können Abweichungen reduzieren. Trotz moderner Technologien bleibt Farbangleichung ein iterativer Prozess, der kontinuierliche Präzision und Qualitätskontrolle erfordert, um ein gleichmäßiges und hochwertiges Erscheinungsbild zu gewährleisten.