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Iran-Krieg treibt Rohstoffpreise und Logistikkosten in die Höhe
Die geopolitische Krise im Nahen Osten hat erhebliche Auswirkungen auf die Lack- und Druckfarbenindustrie. Steigende Rohölpreise und gestörte Lieferketten setzen die Branche zunehmend unter Druck. Experten erwarten, dass die Folgen noch lange anhalten werden.
Die anhaltende Eskalation des Konflikts im Nahen Osten belastet auch die deutsche Lack- und Druckfarbenbranche stark. Laut einer Mitteilung des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) spüren die Unternehmen die Auswirkungen vor allem in Form deutlich steigender Rohstoffpreise und gestörter Lieferketten. Vorprodukte wie Bindemittel, Lösemittel, Harze und Additive, die auf der Basis von Rohöl hergestellt werden, sind besonders betroffen.
Der globale Rohölpreis (Brent) liegt aktuell bei etwa 100 US-Dollar pro Barrel (Stand: 26. März 2026) und hat sich innerhalb weniger Wochen drastisch verteuert. „Die Preissteigerungen bei zentralen Rohstoffen liegen teils bei bis zu 100 %“, so der Verband. Dies führt nicht nur zu höheren Herstellungskosten, sondern belastet die Branche zusätzlich in einer Phase, in der die Nachfrage aus wichtigen Abnehmermärkten wie der Bau- und Industriebranche gedämpft ist.
Gestörte Lieferketten verschärfen die Situation
Neben den gestiegenen Rohstoffkosten kämpfen die Unternehmen mit massiven Problemen in den globalen Lieferketten. Seetransitzeiten haben sich aufgrund der Umgehung des Roten Meeres und der Nutzung alternativer Routen um bis zu zwei Wochen verlängert. Dies erhöht nicht nur die Frachtraten, sondern auch die Kosten für Kriegsrisikoversicherungen.
Auch die Luftfracht ist betroffen: Gesperrte Lufträume und längere Umleitungen reduzieren die Verfügbarkeit von Kapazitäten, während die Transportkosten weiter steigen. Für die Unternehmen bedeutet dies eine geringere Planbarkeit in der Beschaffung und zusätzliche Belastungen, die langfristig kaum aufgefangen werden können.
Langfristige Auswirkungen auf die Branche erwartet
Die geopolitische Krise verstärkt bestehende Herausforderungen in der Lack- und Druckfarbenindustrie. Der Verband geht davon aus, dass die aktuellen Entwicklungen auch nach einem potenziellen Ende des Konflikts noch lange spürbar sein werden. „Die Branche steht unter hohem Anpassungsdruck, um mit diesen externen Belastungsfaktoren umzugehen“, so das Fazit des VdL.
Die Situation zeigt einmal mehr, wie stark die Branche von geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen abhängig ist. Die steigenden Rohstoffpreise und die Unsicherheiten in den Lieferketten könnten langfristig zu einer weiteren Konsolidierung der Branche und zu einer stärkeren Fokussierung auf alternative Rohstoffe führen.