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EU-weite Beschränkung von PFAS: Entwurf der ECHA nimmt Form an
Der Ausschuss für sozioökonomische Analyse (SEAC) hat seine vorläufige Stellungnahme zu einem EU-weiten Beschränkungsvorschlag für PFAS veröffentlicht. Die Entscheidung könnte weitreichende Konsequenzen für die Farben- und Lackbranche haben.
Der Ausschuss für sozioökonomische Analyse (SEAC) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) hat seinen Entwurf für eine Stellungnahme zur möglichen Beschränkung von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) innerhalb der EU veröffentlicht. Diese Entscheidung markiert einen zentralen Meilenstein im Rahmen des REACH-Regulierungsprozesses für Chemikalien.
Der Entwurf baut auf einer umfassenden Bewertung der sozioökonomischen Auswirkungen auf, die mit der Beschränkung dieser Stoffgruppe verbunden wären. Der SEAC berücksichtigt dabei nicht nur die Vorteile für Umwelt und Gesundheit, sondern auch die Kosten und die technologische Machbarkeit für die betroffenen Industrien. Der Vorschlag wurde ursprünglich von den nationalen Behörden Deutschlands, der Niederlande, Dänemarks, Norwegens und Schwedens eingereicht und umfasst sämtliche PFAS-Anwendungen.
Übergangsfristen und Alternativen im Fokus
Ein zentraler Aspekt des SEAC-Entwurfs ist die Untersuchung von Übergangsfristen und der Verfügbarkeit von Alternativen. Während einige Branchen auf etablierte Technologien zurückgreifen können, ist in anderen Bereichen noch unklar, wie schnell geeignete Ersatzstoffe entwickelt werden können. Besonders in der Farben- und Lackindustrie, wo PFAS aufgrund ihrer wasser-, schmutz- und chemikalienabweisenden Eigenschaften eine Schlüsselrolle spielen, könnten die Umstellungen kosten- und zeitintensiv ausfallen.
Der Ausschuss arbeitet eng mit dem Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) zusammen, der bereits im März 2023 seine finale Stellungnahme zu den Gesundheits- und Umweltrisiken von PFAS verabschiedet hat. Beide Gremien verfolgen das Ziel, eine wissenschaftlich fundierte und praxisorientierte Grundlage für die endgültige Entscheidung der Europäischen Kommission zu schaffen.
Zeitplan und nächste Schritte
Der SEAC-Entwurf wird nun einer 60-tägigen öffentlichen Konsultation unterzogen, bevor die finale Stellungnahme bis Ende 2026 erwartet wird. Anschließend wird die Europäische Kommission auf Basis der Ergebnisse einen Vorschlag zur Abstimmung im REACH-Ausschuss der EU-Mitgliedstaaten einbringen. Sollte die Beschränkung verabschiedet werden, könnte dies die Formulierungspraktiken der Lackhersteller grundlegend verändern.