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Nova Paint Club startet Kampagne „Cool Roof, Smart Choice“
Der Nova Paint Club, ein Zusammenschluss der weltweit führenden unabhängigen Lack- und Farbenhersteller, hat die Kampagne „Cool Roof, Smart Choice“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Verbreitung reflektierender Dachbeschichtungen bei Baufachleuten zu beschleunigen und damit dem zunehmenden Problem extremer Hitze entgegenzuwirken.
Weltweit ist die Zahl hitzebedingter Todesfälle seit den 1990er-Jahren um 23 % gestiegen und liegt inzwischen bei rund 546.000 pro Jahr – etwa ein Todesfall pro Minute. Da Wissenschaftler angesichts eines starken El Niño vor einem weiteren Jahr mit Rekordtemperaturen warnen, wird der Bedarf an skalierbaren Kühllösungen immer dringlicher. Kühle Dächer („Cool Roofs“) sind eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, sich an eine Zukunft anzupassen, in der extreme Hitzeereignisse häufiger und intensiver werden. Sie reflektieren mehr Sonnenlicht und absorbieren weniger Wärme als dunkle Dächer, die in vielen Teilen der Welt verbreitet sind. Dunkle Dächer nehmen Wärme auf und erhöhen die Temperaturen in Gebäuden, wodurch große Klimaanlagen benötigt werden, um die Hitze wieder nach außen abzuführen. In Städten tragen sie zudem zum sogenannten Wärmeinsel-Effekt bei, bei dem die Temperaturen 4 bis 10 °C höher liegen können als im Umland, was zu mehr hitzebedingten Todesfällen führt.
Durch das Aufbringen einer stark solarreflektierenden Beschichtung kann ein sich aufheizendes Dach jedoch unmittelbar in ein kühlendes Dach verwandelt werden. Dadurch lassen sich die Innentemperaturen senken, sicherere und gesündere Bedingungen schaffen, der Energiebedarf reduzieren und die Aufheizung von Städten auf praktische und kostengünstige Weise begrenzen. „Jede Farbentscheidung zählt. Die Farben, die wir für Dächer und Gebäude verwenden, können Städte wärmer oder kühler machen und beeinflussen Energieverbrauch, Komfort und Widerstandsfähigkeit gegenüber steigenden Temperaturen“, sagt João Luis Serrenho, Präsident von Nova. „Wir möchten Baufachleute mit dem Wissen ausstatten, intelligentere Entscheidungen zu treffen, die sowohl den Menschen als auch dem Planeten zugutekommen.“
Die vergangenen drei Jahre (2023–2025) waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Zudem erlebte die Hälfte der Weltbevölkerung im Zeitraum bis Mai 2025 mindestens einen zusätzlichen Monat extremer Hitze. Extreme Hitze gilt inzwischen als die tödlichste wetterbedingte Gefahr. Ohne umfassende Anpassungsmaßnahmen in Städten könnten hitzebedingte Todesfälle bis zur Mitte des Jahrhunderts um 370 % ansteigen.„Extreme Hitze stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko in unseren Städten dar“, erklärt Dr. Aditi Bunker, Epidemiologin an der Universität Heidelberg, die weltweit zu Cool Roofs und Gesundheit forscht. „Da die Temperaturen weiter steigen, wird die Anpassung an Hitze zu einer Priorität des öffentlichen Gesundheitswesens. Kühle Dächer sind eine wissenschaftlich belegte Lösung, die die Hitzebelastung in Innenräumen verringern und damit Gesundheit, Wohlbefinden und Komfort verbessern kann.“
Studien zeigen, dass Cool Roofs die Innentemperaturen um 2 bis 5 °C senken können. Dadurch lernen Schülerinnen und Schüler angenehmer, Beschäftigte arbeiten produktiver und Menschen schlafen besser. Außerdem reduzieren sie die thermische Belastung von Dachmaterialien und verbessern die Effizienz von Solarmodulen. Besonders für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen bieten sie eine zugängliche Kühllösung, da diese oft stärker von Überhitzung betroffen sind und sich Klimaanlagen nicht leisten können. In Gebäuden mit Klimaanlage wirken Cool Roofs als passive Schutzschicht und senken den Kühlbedarf.
Dr. Hashem Akbari, Gründer der Heat-Island-Forschungsgruppe am Lawrence Berkeley National Laboratory (LBNL), schätzt, dass eine Erhöhung der Dachreflexion von dunklem Grau auf gealtertes Weiß den jährlichen Kühlenergiebedarf im Bereich direkt unter dem Dach um 10 bis 20 % senken kann. Da der Energieverbrauch gerade während der heißesten Tageszeiten reduziert wird, wenn Strompreise häufig am höchsten sind, können Gebäudeeigentümer erhebliche finanzielle Einsparungen erzielen – sowohl durch geringeren Energieverbrauch als auch durch eine niedrigere Spitzenlast. Eine Studie von Akbari ergab, dass reflektierende Dachbeschichtungen die Kühllast klimatisierter Wohngebäude weltweit um 18 bis 93 % und die Spitzenkühllast um 11 bis 27 % reduzieren können.
„Für Baufachleute sind Cool Roofs nicht nur klug in Bezug auf das Klima, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll“, sagt Paolo Giaccone, Generalsekretär von Nova. „Mit steigenden Temperaturen wird es entscheidend sein, Wärme gar nicht erst in Gebäude eindringen zu lassen. Cool Roofs sind ein einfacher Weg, Gebäude hitzeresistent und zukunftssicher zu machen, ohne zusätzlichen Energieverbrauch.“ Er ergänzt: „Sie senken die Betriebskosten für Kunden, verlängern die Lebensdauer von Dächern und helfen dabei, künftigen Bauvorschriften zur Bewältigung extremer Hitze voraus zu sein. Ob bei der Sanierung einer Schule oder beim Entwurf einer neuen Wohnanlage – Cool Roofs bieten sofortigen und langfristigen Nutzen.“
Besonders wertvoll sind Cool Roofs in Städten, die sich aufgrund von Faktoren wie dem Wärmeinsel-Effekt etwa doppelt so schnell erwärmen wie der globale Durchschnitt. Da Dächer rund 20 bis 25 % der Stadtfläche ausmachen, können reflektierende Dächer bei großflächigem Einsatz wirksam gegen diesen Effekt vorgehen. In Almería (Spanien) haben weiß gedeckte Gewächshäuser auf einer Fläche von 26.000 Hektar einen messbaren Kühleffekt erzeugt: Über einen Zeitraum von 23 Jahren sank die lokale Temperatur um 0,7 °C, während die umliegenden Regionen sich im selben Zeitraum um 1 °C erwärmten – ein Unterschied von insgesamt 1,7 °C. Niedrigere Stadttemperaturen würden zudem die Bildung von Smog deutlich reduzieren und damit die Luftqualität verbessern. Eine großflächige Einführung von Cool Roofs könnte außerdem die Spitzenlast im Stromnetz verringern, den Einsatz besonders teurer und emissionsintensiver Kraftwerke reduzieren, Stromausfälle minimieren und Investitionen in Netzausbau und neue Kraftwerke hinauszögern. Davon profitieren nicht nur Gebäude mit reflektierenden Dächern, sondern ganze Gemeinschaften durch niedrigere Energiekosten und einen geringeren CO₂-Fußabdruck.
Neben der Einsparung von CO₂ durch geringeren Energieverbrauch tragen Cool Roofs auch direkt zur Abkühlung der Erde bei. Sie reflektieren kurzwellige Sonnenstrahlung zurück ins Weltall, wo sie nicht von Treibhausgasen zurückgehalten werden kann. Da Gletscher und Meereis immer schneller schmelzen, verliert die Erde zunehmend ihre natürliche Reflexionsfähigkeit und speichert mehr Wärme. Durch die Verringerung der Wärmeaufnahme senken reflektierende Dächer die Oberflächentemperaturen, sodass weniger Wärme in die Atmosphäre gelangt. Dr. Akbari, der seine Forschungsarbeit seit 2009 an der Concordia University in Montreal fortsetzt, schätzt, dass jeder Quadratmeter eines weißen Daches, der ein dunkles Dach ersetzt, den Klimaerwärmungseffekt von etwa 280 Kilogramm CO₂ ausgleichen kann. Anders ausgedrückt: Etwa vier Quadratmeter weißes Dach entsprechen dem Ausgleich einer Tonne ausgestoßenen CO₂. „Die Reflexionsfähigkeit von Oberflächen entfernt kein CO₂ aus der Atmosphäre, aber sie kühlt die Erde so, als wäre weniger CO₂ vorhanden“, erklärt Akbari. „Einfach ausgedrückt: Kühle Dächer kühlen den Planeten. Sie lösen das Klimaproblem nicht, verschaffen uns aber Zeit.“ Er ergänzt: „Das Schöne an dieser Technologie ist, dass wir seit Tausenden von Jahren Erfahrung mit reflektierenden Oberflächen haben und keine negativen Auswirkungen kennen. Die zusätzlichen Kosten sind gering oder gar nicht vorhanden. Sie verbessern die Bedingungen in Städten, kühlen gleichzeitig den Planeten und sparen Geld.“
„Der Einsatz von Cool-Roof-Beschichtungen, um Menschen und dem Planeten bei der Bewältigung und Anpassung an das wachsende Problem extremer Hitze zu helfen, ist ein hervorragendes Beispiel für die gesellschaftliche Bedeutung von Beschichtungen“, sagt Johnson Ongking, Kampagnenleiter von Nova. „Dies ist ein wichtiger Aspekt, wie die Beschichtungsindustrie zur Nachhaltigkeit beitragen kann. Ein kühles Dach kann ein Haus kühlen. Tausende