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Wacker Chemie Q2 2026: EBITDA steigt dank Kosteneinsparungen und Pensionseffekt

Wacker Chemie hat die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht und dabei einen deutlichen Anstieg des EBITDA im Jahresvergleich gemeldet – getragen von Einsparungen aus dem PACE-Programm und einem nicht operativen Ertrag aus der Anpassung von Pensionsrückstellungen.

Die Q2-2026-Ergebnisse von Wacker Chemie spiegeln die Wirkung des PACE-Programms in allen Geschäftsbereichen wider. Quelle: Timon – stock.adobe.com

Wacker Chemie hat seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht und einen Konzernumsatz von 1.517,6 Mio. EUR gemeldet – ein Anstieg von 7 % gegenüber dem Vorjahreswert von 1.412,9 Mio. EUR in Q2 2025. Alle vier Geschäftsbereiche übertrafen ihre Vorjahresumsätze, wobei der Anstieg teilweise auf höhere Preise und Volumina zurückgeführt wird. Das Konzern-EBITDA erreichte 211,3 Mio. EUR, ein Anstieg von 85 % gegenüber Q2 2025 (114,3 Mio. EUR), während sich die EBITDA-Marge von 8,1 % auf 13,9 % verbesserte. Der Anstieg war auf Einsparungen aus dem PACE-Kosten- und Effizienzprogramm sowie auf einen nicht operativen Ertrag von 36,7 Mio. EUR aus einer Reduzierung der Pensionsrückstellungen zurückzuführen. Ohne diesen Sondereffekt lag das operative EBITDA bei rund 175 Mio. EUR und damit im Rahmen der Markterwartungen. 

CEO Christian Hartel kommentierte: „In Anbetracht des weiterhin schwachen Marktumfelds und den Herausforderungen, vor denen die chemische Industrie steht, hat sich WACKER im 2. Quartal gut behauptet. Unser Ergebnis liegt deutlich über den Werten des Vorjahreszeitraums. Das liegt zum einen an der guten operativen Performance, zum anderen zeigt unser Kosten- und Effizienzprogramm PACE Wirkung.“ Das Programm zielt auf jährliche Einsparungen von über 300 Mio. EUR ab und liegt Berichten zufolge im Zeitplan. Hartel warnte jedoch, dass die Nachfrage aus Branchen wie der Automobil- und Bauindustrie weiterhin schwach sei, und erklärte: „Auf der Nachfrageseite sehen wir aktuell keine Trendwende.“ Als weitere strukturelle Herausforderungen wurden steigende Energie- und Rohstoffpreise infolge der Entwicklungen im Nahen Osten sowie der zunehmende Wettbewerb aus Asien genannt. 

Bereichsergebnisse und revidierter Jahresausblick 

Auf Bereichsebene meldete Silicones einen Umsatz von 757 Mio. EUR (plus 6 %) und ein EBITDA von 123 Mio. EUR (plus 18 %), gestützt durch niedrigere Betriebskosten und einen günstigen Produktmix. Der Bereich Polymers verzeichnete einen Umsatzanstieg von 12 % auf 406 Mio. EUR, bei einem EBITDA-Anstieg von 74 % auf 69 Mio. EUR. Biosolutions steigerte den Umsatz um 13 % auf 99 Mio. EUR. Der Bereich Polysilicon verzeichnete einen Umsatzanstieg von 3 % auf 226 Mio. EUR, jedoch sank das EBITDA deutlich auf 11 Mio. EUR (Q2 2025: 34 Mio. EUR), bedingt durch schwächere Nachfrage und niedrigere Preise im Solarsilizium-Geschäft sowie höhere Energiekosten. Der Netto-Cashflow für das Quartal belief sich auf 243,2 Mio. EUR, begünstigt durch Erlöse von 185,4 Mio. EUR aus dem Verkauf von Siltronic-Aktien. 

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Wacker Chemie nun ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich, nach zuvor einem hohen einstelligen Prozentbereich, was auf niedrigere erwartete Rohstoff- und Energiepreise zurückzuführen ist. Die EBITDA-Prognose wurde auf eine Spanne von 625 Mio. EUR bis 750 Mio. EUR angehoben (zuvor 550 Mio. EUR bis 700 Mio. EUR). Die Netto-Finanzverbindlichkeiten werden nun auf rund 500 Mio. EUR erwartet.