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IG BCE warnt vor Dominoeffekt durch mögliche Dow-Schließungen
Mehr als 700 Menschen demonstrierten in Böhlen gegen eine mögliche Werksschließung durch den Chemiekonzern Dow. Die IG BCE sieht in einem Produktionsstopp weitreichende Folgen für den Chemiestandort Ostdeutschland – und fordert rasches politisches Handeln.
Mit Nachdruck haben Beschäftigte des Chemiekonzerns Dow in Böhlen und Schkopau auf die drohende Schließung ihrer Werke aufmerksam gemacht. Über 700 Menschen versammelten sich am 28. Mai zu einer Protestaktion, zu der die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) aufgerufen hatte. Unterstützt wurden sie von Kolleginnen und Kollegen benachbarter Unternehmen sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Industrie.
Im Fokus steht der sogenannte Steamcracker im sächsischen Böhlen – eine Schlüsselanlage zur Herstellung chemischer Grundstoffe aus Rohbenzin. Sollte dieser stillgelegt werden, drohten laut IG BCE erhebliche Auswirkungen auf nachgelagerte Prozesse und Unternehmen. Der Gewerkschaftsvorsitzende Michael Vassiliadis warnte vor einem „Kipp-Punkt einer ganzen Produktionskette“.
Appell an die Bundesregierung
Dow prüft derzeit europaweit Produktionsstandorte – auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Als Gründe nennt das Unternehmen hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie eine sinkende Auslastung der Anlagen. Die IG BCE verweist dagegen auf schwarze Zahlen am Standort Mitteldeutschland und warnt vor einem übereilten Rückzug.
Vassiliadis fordert nun industriepolitische Unterstützung aus Berlin: „Die Politik muss endlich liefern, die Uhr tickt.“ Auch Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter, Landrat Henry Graichen und DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sicherten den Beschäftigten ihre Unterstützung zu.