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Bio-basierte Polyurethan-Beschichtungen – Balance zwischen Nachhaltigkeit und Leistung
Die Automobilindustrie fordert nachhaltige Lösungen – auch bei Polyurethanen. Bio-basierte Rohstoffe rücken dabei immer stärker in den Fokus. Doch wie lassen sich Nachhaltigkeit und hohe technische Anforderungen in Einklang bringen? Darüber hat FARBE UND LACK-Redakteurin Bettina Hoffmann mit Emeline Pedoni, Mäder Group gesprochen. Sie erklärt, wie ihr Team an hybriden PU-Formulierungen arbeitet, die Leistung und Nachhaltigkeit vereinen – und warum der Weg dorthin noch viele Herausforderungen birgt.
Wie beeinflusst der Trend zu biobasierten Beschichtungen die Entwicklung von PUR-Lacken?
Emeline Pedoni: Der Aufstieg biobasierter Beschichtungen verändert die Entwicklung von Polyurethanen, insbesondere in der Automobilindustrie, die nach nachhaltigen Lösungen sucht. Hersteller berücksichtigen zunehmend Umweltkriterien bei ihren Entscheidungen. Ihre CSR-Strategie veranlasst sie dazu, Materialien zu verwenden, die den CO2-Fußabdruck über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs hinweg reduzieren. Biobasierte Polyurethane, die aus Pflanzenölen oder Biomasse gewonnen werden, könnten daher aufgrund ihrer geringeren Abhängigkeit von fossilen Ressourcen bevorzugt werden.
Unsere Forschung konzentriert sich daher auf hybride Formulierungen, die Leistung und Nachhaltigkeit vereinen. Diese Materialien sind jedoch nach wie vor teurer und müssen die hohen technischen Anforderungen der Branche erfüllen. Trotz dieser Herausforderungen schreitet ihre Einführung voran, angetrieben durch Innovationen und die CO2-Neutralitätsziele großer Unternehmen.
Sehen Sie Lücken bei PUR-Produkten und wie schließen Sie diese?
Pedoni: Polyurethane werden seit Jahrzehnten aufgrund ihrer hervorragenden mechanischen, chemischen und ästhetischen Eigenschaften verwendet. Allerdings stellen wachsende Gesundheits- und Umweltbedenken die Verwendung von Isocyanaten in ihrer Zusammensetzung in Frage. Die chemische Industrie muss daher innovativ sein, um sicherere Alternativen anzubieten, ohne Kompromisse bei der Leistung einzugehen: Haltbarkeit, Flexibilität und Haftung über das ästhetische Erscheinungsbild hinaus. Nicht-isocyanathaltige Polyurethane (NIPUs), die aus alternativen chemischen Reaktionen gewonnen werden, bieten eine vielversprechende Lösung. Die Integration biobasierter Materialien ermöglicht zudem den Übergang zu einer nachhaltigeren und CO2-freien Chemie. Wir machen diese Innovation zu einer Priorität und entwickelt isocyanatfreie Formulierungen, die den aktuellen technischen, regulatorischen und ökologischen Anforderungen entsprechen.