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Viruzide PU-Hybridbeschichtung: Langzeitschutz gegen Coronaviren durch Calciumhydroxid

Ein kanadisches Forschungsteam hat eine neuartige Polyurethan-Calciumhydroxid-Beschichtung entwickelt, die eine hohe antivirale Wirksamkeit gegen humane Coronaviren aufweist – mit nachgewiesener Langzeitwirkung über ein Jahr.

PU-Ca(OH)₂-Beschichtung: Reduktion der Viruslast um bis zu vier Log-Stufen – auch nach längerer Einsatzzeit. Quelle: Hideo Mushizaki - AdobeStock (Symbolbild).

Eine neue Hybridbeschichtung aus Polyurethan (PU) und Calciumhydroxid (Ca(OH)₂) zeigt sich als vielversprechender Kandidat für antivirale Oberflächen in öffentlichen und industriellen Bereichen. Forschende der Polytechnique Montréal berichten von einer nachhaltigen Wirksamkeit gegenüber zwei getesteten humanen Coronaviren (hCoV-OC43-RLuc und hCoV-229E-RLuc). Die Beschichtung erreichte eine Reduktion der Viruslast um bis zu vier Log-Stufen – und das über einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten.

Die Effektivität beruht auf der kontrollierten Freisetzung von Ca²⁺-Ionen, die über einen längeren Zeitraum hinweg eine viruzide Wirkung entfalten. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Modifikation der Ca(OH)₂-Partikel mit Polysorbat 80 (Tween 80), wodurch sich deren Dispergierung in der PU-Matrix verbessert und unerwünschte Nebenreaktionen verhindert werden. Das Ergebnis ist eine gleichmäßigere Verteilung der Wirkstoffe mit stabiler Wirkung an der Beschichtungsoberfläche.


Lesetipp: Funktionelle Beschichtungen

Beschichtungen werden auf Oberflächen hauptsächlich zu dekorativen, funktionellen oder Schutzzwecken angewandt, doch in den meisten Fällen ist es eine Kombination aus all diesen. Das Buch „Funktionelle Beschichtungen“ gibt einen tiefen Einblick in neue Entwicklungen funktioneller Überzüge mit dem Fokus auf organisch-basierten Materialien. Auch hebt es die letzten Entwicklungen der verschiedenen Technologien und neuartigen Oberflächenfunktionen hervor, die Dekoration, Korrosionsschutz und Oberflächenschutz betreffen.


Sichere und langlebige Lösung für Kontaktflächen

Neben der antiviralen Wirkung erfüllt die Beschichtung auch Anforderungen an die Biokompatibilität. In vitro-Tests zeigten keine zytotoxischen Effekte, was den Einsatz auf häufig berührten Oberflächen wie Türgriffen, Tischen oder Haltegriffen im öffentlichen Raum möglich macht. Die Forscher betonen die Relevanz solcher passiven Schutzlösungen, insbesondere in Zeiten zunehmender Bedrohung durch neuartige Krankheitserreger und wachsender Anforderungen an Hygiene-Standards.

Die Entwicklung bietet eine dauerhafte Alternative zu flüchtigen Desinfektionsmitteln und könnte als permanente Schutzmaßnahme zur Reduktion der Virusübertragung über Oberflächen beitragen.

Quelle: Progress in Organic Coatings, Volume 200, March 2025, Article 109006