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Interview: „Formulierer:innen nutzen noch kaum bio-basierte Produkte“

Noch immer zögern viele Formulierer:innen, bio-basierte Rohstoffe zu nutzen – obwohl diese in puncto Performance oft überzeugen können. Markus Dimmers, Senior Vice President Technical Marketing bei Alberdingk Boley, erklärt im Interview, was die Entwicklung nachhaltiger Polyurethan-Beschichtungen vorantreibt und warum eine bessere Vergleichbarkeit der Produkte dringend nötig ist.

Markus Dimmers setzt sich für mehr Transparenz und ambitionierte Nachhaltigkeitsziele bei PU-Formulierungen ein. Quelle Papisut - stock.adobe.com

Was treibt die Rohstoffentwicklung für Polyurethanbeschichtungen derzeit an?

Markus Dimmers: Wir entwickeln zunehmend bio-basierte Polyurethan-Dispersionen mit dem Ziel, dass diese mindestens ebenso leistungsfähig sind wie petrochemische Alternativen. In vielen Fällen übertreffen sie diese sogar. Zum Beispiel ist unsere neue flexible, bio-basierte PUD elastischer und waschbeständiger als konventionelle Produkte.

Inwieweit können Formulierer:innen die Nachhaltigkeit solcher Beschichtungen steigern und deren CO₂-Fußabdruck senken?

Dimmers: Formulierer:innen nutzen bislang noch kaum bio-basierte Produkte. Wenn bedeutende Marktteilnehmer sich konkretere und ambitioniertere Ziele setzen würden, könnte das den Einsatz solcher neuen Produkte fördern – und damit auch den CO₂-Fußabdruck von Beschichtungsformulierungen verringern.


Veranstaltungstipp: Nachhaltig formulieren

Die virtuelle FARBE UND LACK // KONFERENZ „Nachhaltig formulieren mit neuen, bio-basierten Additiven“ am 02.12.2025 wird die neuesten Trends und Technologien im Bereich der nachhaltig formulierten Produkte untersuchen, mit besonderem Fokus auf die vielversprechendsten bio-basierten Additive und die bestehenden Herausforderungen. Die Teilnehmer erhalten Einblicke in neue Alternativen und Innovationen, die darauf abzielen, die Anforderungen an verbesserte Leistung, Nachhaltigkeit und die Einhaltung von Umweltstandards zu erfüllen.


Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen in diesem Bereich?

Dimmers: Eine der Hürden für eine breitere Marktakzeptanz ist sicher das Fehlen eines klaren regulatorischen oder nachhaltigkeitsbezogenen Rahmens – etwa eines „Green Angel“ oder eines speziellen Umweltzeichens. Solche Kennzeichnungen würden vergleichbare Angebote ermöglichen und zu mehr Sichtbarkeit und Transparenz führen.