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Innovationen und Nachhaltigkeit in der Pulverlack-Technologie

Im Interview erläutert Savvas Legidis von IGP Pulvertechnik aktuelle Fortschritte und Herausforderungen bei Additiven für Pulverbeschichtungen. Zudem diskutiert er, wie nachhaltige Lösungen – von biobasierten Rohstoffen bis hin zu energieeffizienten Prozessen – die Zukunft der Pulverlackindustrie prägen können.

Savvas Legidis von IGP Pulvertechnik über Innovationen und Nachhaltigkeit bei Pulverbeschichtungen. Quelle: dizfoto1973 - stock.adobe.com

Wo sehen Sie große Innovationen bei Additiven für Pulverbeschichtungen?

Savvas Legidis: Spätestens bei der ECHA hat Langlebigkeit ein Ende. Die berechtigt kritische Haltung gegenüber der sogenannten Ewigkeitschemikalien dominiert aktuell die Innovationsaktivitäten im Bereich von Additiven. Nach wie vor gibt es aus der Sicht von IGP Pulvertechnik derzeit keine echte Alternative zu PTFE-haltigen Strukturadditiven. Hier erleben wir lieferantenunabhängig die größten Forschungsanstrengungen. Weitere Entwicklungspotenziale und Fortschritte sehen wir im Bereich von Additiven zur technischen Eigenschaftssteuerung ohne limitierende (Aus-)Wirkung auf die dekorativen Aspekte. Beispiele hierfür sind Additive zur Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit oder der Schmelzviskosität. Abschließend sind noch die von Rohstoffherstellern unbeabsichtigten Innovationen zu erwähnen. Damit ist der von Lackherstellern zweckentfremdete Einsatz von branchenfremden aber auch Standardrohstoffen in „Additivkonzentrationen“ zu verstehen.

Wie können Pulverbeschichtungen nachhaltiger werden? Ist biobasiert eine Option?

Legidis: Als erstes ist zu erwähnen, dass Pulverbeschichtungen von Haus aus über eine hohe Umweltverträglichkeit verfügen und gerade deswegen lohnt es sich hier, weitere Anstrengungen zu unternehmen. Die Fortschritte dieser Anstrengungen können sich im nachgelagerten Verarbeitungsprozess oder im Produkt selbst widerspiegeln. Für die Pulverlackherstellung sind mittlerweile vollwertige, biobasierte Rohstoffe verfügbar. Auch werden recyclierte Bausteine in die Bindemittel verbaut. Das aus unserer Sicht sinnvollste Vorgehen zur Berücksichtigung beider Ansätze ist die Verwendung von massebilanzierten Rohstoffen. Der Verzicht auf umweltbelastende Stoffe ist ebenfalls als Option ergänzend möglich – Stichwort Ewigkeitschemikalien.

Prozessseitig ist im Wesentlichen die sortimentsübergreifende Steigerung der Reaktivität von Pulverlacken zu nennen. Damit wird dem verarbeitenden Betrieb eine Senkung des Energiebedarfs ermöglicht. Darüber hinaus bietet diese Entwicklung das Potenzial, das Anwendungsfeld von Pulverlacken umweltfördernd zu erweitern. So können hochreaktive Pulverlacke in gewissen Anwendungen bereits heute mit lösemittelhaltigen Beschichtungsmaterialen erfolgreich konkurrenzieren. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Pulverbeschichtungen auch in der