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Fluor-Silizium-Polyurethanfilme für Elektronikverpackung

Ein chinesisches Forschungsteam hat UV-härtbare Polyurethanacrylat-Filme entwickelt, die durch neuartige Fluor-Silizium-Seitenketten deutlich verbesserte Hydrophobie, Dielektrizitätseigenschaften und thermische Stabilität aufweisen. Damit adressieren die Beschichtungen zentrale Herausforderungen der modernen Elektronikverpackung.

Fluor-Silizium-modifizierte Polyurethanacrylatfilme erreichen einen Wasserkontaktwinkel von 114,6° bei gleichzeitig hoher Transparenz. Quelle: Anas - stock.adobe.com

Polyurethanacrylate (PUA) gelten als vielseitige Werkstoffe für elektronische Verpackungsanwendungen. Herkömmliche Systeme weisen jedoch Schwächen in Bezug auf Hydrophobie, dielektrische Leistungsfähigkeit und thermische Stabilität auf. Ein Forschendenteam um Xuan Wu und Hong Dong hat nun einen Ansatz vorgestellt, der diese Limitationen durch ein gezieltes Molekülbaudesign adressiert.

Im Mittelpunkt stehen α-Trimethylsilylmethyl-ω-dihydroxyalkyl-terminierte Polymethyltrifluorpropylsiloxan-Oligomere (TMPME-PMTFPS) mit unterschiedlichen Molekulargewichten zwischen 2.038 und 5.004 g/mol. Diese Oligomere enthalten flexible Seitenketten, in denen Fluor- und Siliziumatome kombiniert sind. Sie wurden chemisch auf acrylat-terminiertes Polyurethan aufgepfropft und anschließend mittels umweltfreundlicher UV-Härtungstechnologie zu Filmen (FSi-PUA) verarbeitet.


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Deutlich verbesserte Oberflächen- und Dielektrizitätseigenschaften

Während des Härtungsprozesses migrierten die Fluor-Silizium-Segmente spontan an die Filmoberfläche und reicherten sich dort an. Dies führte zu einer signifikanten Verbesserung der Oberflächeneigenschaften: Mit einem Zusatz von 10 Gew.-% TMPME-PMTFPS3 (M = 5.004 g/mol) stieg der Wasserkontaktwinkel von 74,5° auf 114,6°, gleichzeitig sank die Wasseraufnahme deutlich.

Auch die thermische Stabilität verbesserte sich messbar: Mit 10 Gew.-% TMPME-PMTFPS1 (M = 2.038 g/mol) erhöhte sich die Zersetzungstemperatur des Weichsegments auf 416,2 °C – ein Anstieg um 34,2 °C gegenüber dem unmodifizierten Referenzmaterial FPUA-0. Bei den dielektrischen Messungen zeigte sich, dass der modifizierte Film bei 14,2 GHz eine Dielektrizitätskonstante von 2,77 erreicht, was einer Reduktion um 1,77 % im Vergleich zur unmodifizierten Variante entspricht.

Perspektiven für die Elektronikverpackung

Bemerkenswert ist, dass die Transparenz der Filme trotz der weitreichenden Modifikationen erhalten blieb. Damit vereinen die entwickelten Materialien mehrere für die Elektronikverpackung entscheidende Eigenschaften: hohe Hydrophobie, niedrige Dielektrizitätskonstante, gute Wärmebeständigkeit sowie einstellbare mechanische Eigenschaften.

Die Studie zeigt, dass die Kombination aus einem „Fluor-Silizium-integrierten“ Seitenkettendesign mit UV-Härtungstechnologie eine effektive Strategie zur Herstellung fortschrittlicher Beschichtungsmaterialien für die Elektronikindustrie darstellt. Anwendungspotenzial besteht insbesondere in Bereichen, in denen zuverlässige Schutzschichten mit definierter Signalintegrität gefordert sind.

Quelle: Wu, X. et al. Fluorine-silicon integrated polyurethane films for advanced electronic packaging. Prog. Org. Coat. 110217 (2026). https://doi.org/10.1016/j.porgcoat.2026.110217.