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CoSI 2026: Nachhaltigkeit im Fokus
Mehr als 75 Forschende aus Wissenschaft und Industrie kamen vom 22. bis 25. Juni 2026 im niederländischen Noordwijk zur 21. Coatings Science International Conference (CoSI) zusammen. Die im Alexander Hotel ausgerichtete Konferenz setzte ihre langjährige Tradition fort, wissenschaftlichen Austausch auf höchstem Niveau mit einer informellen Atmosphäre zu verbinden, die Diskussionen und die Zusammenarbeit innerhalb der internationalen Beschichtungs-Community fördert. Von Yeray López-Arauco
Die 2005 als Nachfolgerin der Athens Coatings Conferences gegründete CoSI hat sich als wichtiger Treffpunkt für die Grundlagen- und angewandte Forschung im Bereich der Beschichtungswissenschaft etabliert. Die Ausgabe 2026 spiegelte zahlreiche Themen wider, die die aktuelle Forschung prägen, darunter Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Korrosionsschutz, biobasierte Materialien, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und moderne Oberflächenfunktionalitäten.
Das wissenschaftliche Programm umfasste 29 Fachvorträge sowie eine umfangreiche Postersession. Die behandelten Themen reichten von der Filmbildung in wasserbasierten Polyurethan-Dispersionen und der digitalen Entwicklung von Bindemitteln mithilfe von Monte-Carlo-Simulationen über biobasierte Epoxidsysteme und recycelbare Duroplaste bis hin zu selbstdekontaminierenden Oberflächen, intelligenten Korrosionsschutzbeschichtungen und PFAS-freien Technologien. Darüber hinaus wurden aktuelle Forschungsarbeiten zu Hydrogel-Antifouling-Beschichtungen, passiver Strahlungskühlung am Tag, bioinspirierten antibakteriellen Oberflächen sowie modernen analytischen Verfahren zur Charakterisierung von Beschichtungen vorgestellt.
Neben den Fachvorträgen bot die Konferenz Kurzpräsentationen der Poster, Networking-Aktivitäten, ein gemeinsames Strandprogramm sowie zahlreiche Gelegenheiten für informelle Gespräche zwischen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, Forschenden aus der Industrie und erfahrenen Hochschullehrenden. Diese persönlichen Begegnungen zählen weiterhin zu den prägenden Merkmalen der CoSI und unterstreichen ihr Ziel, die internationale Zusammenarbeit in der Beschichtungsforschung zu stärken.
Auszeichnung wissenschaftlicher Exzellenz
Wie bereits bei früheren Veranstaltungen wurden auch diesmal drei traditionelle CoSI-Preise für herausragende wissenschaftliche Beiträge verliehen. Der Innovation Award ging an Yi-Ru Chen (Technische Universität Eindhoven) für den Vortrag „Closed-loop recyclable 1,3,5-triazine-based thermosets and coatings“. Chens Arbeit befasst sich mit einer der größten Herausforderungen im Bereich nachhaltiger Duroplaste: der Realisierung eines echten geschlossenen Materialkreislaufs (Closed-Loop-Recycling), ohne Einbußen bei den Materialeigenschaften hinnehmen zu müssen. Die vorgestellten Epoxid-Duroplaste basieren auf einer dynamischen nukleophilen aromatischen Substitution (SNAr) unter Verwendung von 1,3,5-Triazin-Bausteinen. Die Materialien verbinden eine hohe thermische und mechanische Leistungsfähigkeit mit der Möglichkeit, zu wiederverwendbaren Monomeren depolymerisiert und anschließend zu Werkstoffen mit praktisch identischen Eigenschaften repolymerisiert zu werden. Darüber hinaus wurde die Eignung dieser recycelbaren Netzwerke als funktionelle Beschichtungen nachgewiesen und damit ein vielversprechender Weg zu Duroplasten aufgezeigt, die bereits bei ihrer Entwicklung auf Recyclingfähigkeit ausgelegt sind.
Der Science Award wurde an Mitchell Winnik (University of Toronto) für den Vortrag „Coalescence and film formation of urethane-acrylate blends“ verliehen. Winnik präsentierte grundlegende Untersuchungen zur Filmbildung reaktiver Mischungen aus Polyurethan-Dispersionen und Acrylatlatexen mithilfe des Förster-Resonanzenergietransfers (FRET). Durch die Beobachtung der Polymerdiffusion und der Vermischung während des Trocknungsprozesses liefert die Arbeit Einblicke auf molekularer Ebene in die Koaleszenzmechanismen industrieller wasserbasierter Beschichtungssysteme. Dieses Verständnis ist entscheidend für die Entwicklung einer neuen Generation wasserbasierter Bindemittel mit verbesserter Leistungsfähigkeit und gleichzeitig geringerem Bedarf an organischen Lösungsmitteln.
Der Creativity Award ging an Francesca Raimondi (Politecnico di Milano) für das Poster P9. Obwohl Posterpräsentationen häufig weniger Aufmerksamkeit erhalten als Fachvorträge, sollen die speziellen Poster-Kurzvorträge und Diskussionsrunden der CoSI insbesondere innovative Forschungsarbeiten in einem frühen Entwicklungsstadium sichtbar machen. Der Creativity Award würdigt dabei Originalität, wissenschaftliche Qualität und die Fähigkeit, neue Ideen überzeugend zu vermitteln