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Gewinner des FARBE UND LACK // PREIS: „Es ist eine Bestätigung und Anerkennung.“
Für seinen Artikel „Radikal gegen Keime“ – erschienen in der März-Ausgabe der FARBE UND LACK – erhielt Dr. Tobias Schwob, Heraeus Precious Metals, den FARBE UND LACK // PREIS 2025. Die Jury würdigte damit die Arbeit an einem neuen bioziden Wirkstoff, der angesichts immer strengerer Regularien ein hohes Innovationspotenzial für die Farben- und Lackindustrie bietet. Im Interview spricht der Preisträger über die Bedeutung der Auszeichnung, den Stand seines Projekts AGXX und seine persönlichen Ziele – beruflich wie privat.
Was bedeutet die Auszeichnung mit dem FARBE UND LACK // PREIS für Sie?
Dr. Tobias Schwob: Die Auszeichnung ist nicht nur für mich eine schöne Anerkennung, sondern auch für das ganze Team. Natürlich ist der Preis personengebunden, aber dahinter steckt die Arbeit aller Kolleginnen und Kollegen. Wir sind ein sehr junges Team mit einer jungen Technologie, und für uns bedeutet der Preis, dass wir am Markt gesehen werden. Es ist eine Bestätigung und Anerkennung. Auch wenn die Firma Heraeus Precious Metals eine lange Tradition hat, waren wir bisher im Farben- und Lackbereich nicht etabliert oder als Biozidprodukthersteller bekannt. Deshalb ist es eine ganz besondere Anerkennung für die Arbeit der letzten Jahre. Vor allem angesichts des starken Teilnehmerfeldes hatten wir nicht mit einer Auszeichnung gerechnet. Umso größer war die Freude.
Ihr Artikel „Radikal gegen Keime“ beschäftigt sich mit den immer strenger werdenden Regularien zum Einsatz von altbekannten Biozidwirkstoffen. Bitte beschreiben Sie Ihr Projekt und wie es weitergeht.
Schwob: Vereinfacht gesagt geht es um die Etablierung eines neuen bioziden Wirkstoffs. Wir befinden uns derzeit im Zulassungsprozess für die Aktivsubstanz. Dementsprechend waren die letzten Jahre vor allem durch Grundlagenarbeit hinsichtlich der regulatorischen Aspekte geprägt. Parallel dazu haben wir an der Weiterentwicklung der Technologie gearbeitet und fokussieren uns nun stärker auf die Positionierung in den jeweiligen Anwendungen. Neben Farben und Lacken sehen wir Einsatzmöglichkeiten in Textilien, Polymeren und der Filtration. Wir wollen künftig maßgeschneiderte Lösungen für Kunden in den jeweiligen Marktsegmenten anbieten.
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Der FARBE UND LACK // PREIS ist mit 2.500 EUR ausgelobt. Wofür werden Sie das Geld investieren und wo werden Sie den Preis aufstellen?
Schwob: Wir haben uns dazu noch keine endgültigen Gedanken gemacht, aber klar ist: Das Geld wird dem Team zugutekommen. Wir wollen es nicht in Laborgeräte investieren, sondern in ein gemeinsames Offsite, als Anerkennung für die Arbeit. In der Vergangenheit haben wir schon einmal gemeinsam eine privat organisierte Bootstour gemacht. So etwas in der Art stellen wir uns wieder vor. Der Preis selbst wird auf jeden Fall einen Ehrenplatz bekommen, sehr wahrscheinlich bei uns im Labor. Dort ist er für Kundenrundgänge sichtbar, und das passt am besten.
Wie sind Sie in die Lackbranche gekommen?
Schwob: Ich habe keinen klassischen Lack-Hintergrund. Ich habe Chemie studiert, mit Schwerpunkt Polymerwissenschaften, und mich in der Promotion auf die heterogene Katalyse spezialisiert. Danach wollte ich etwas praxisbezogenes im Polymerbereich machen. So kam ich zur Firma Hemmelrath Technologies, zunächst als Produktmanager, später als Leiter Forschung und Entwicklung. Dort ging es vor allem darum, Kundenrezepte auf unsere Produktionsanlagen anzupassen. Nach vier Jahren wollte ich wieder stärker in Richtung Katalyse. Mit dem Projekt AGXX habe ich jetzt ein perfektes Bindeglied: einerseits meine Erfahrung aus der Katalyse, andererseits Anwendungen im Farben- und Lackbereich.
Was wollen Sie beruflich noch erreichen?
Schwob: Ich bin kein Mensch, der einen festen Karriereplan für die nächsten fünf bis zehn Jahre hat. Für mich ist wichtig: Ich muss sonntagabends ins Bett gehen und mich auf den Montag freuen können. Der Fokus liegt momentan ganz klar auf dem Projekt AGXX. Wir wollen damit erfolgreich werden – das ist mein Ziel.
Was steht privat auf Ihrer Wunschliste?
Schwob: Eine konkrete Wunschliste habe ich nicht. Am wichtigsten ist mir Gesundheit – für mich, meine Familie, Freunde und alle, die mir nahestehen. Und ich wünsche mir, dass es beruflich so weitergeht wie bisher, dass ich die Chance habe, meine Vorstellungen umzusetzen.
Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Schwob: In der Freizeit ist es mir wichtig, abschalten zu können. Ich mache Sport, spiele aktiv Tischtennis im Verein – Fußball hat ab Mitte 30 nicht mehr so gut funktioniert. Außerdem verbringe ich viel Zeit mit Freunden draußen, gehe wandern oder unternehme etwas in der Natur. Alles, was den Kopf frei macht. Vor dem Computer sitze ich beruflich genug, deshalb brauche ich in der Freizeit unbedingt Bewegung und Aktivität.