Nachrichten Rohstoffe

Nachhaltige Methanolproduktion aus feuchter Biomasse bei milden Bedingungen

Ein neu vorgestelltes Verfahren wandelt feuchte Biomasse bei deutlich reduzierten Drücken und Temperaturen in erneuerbares Methanol um – mit hohem Wirkungsgrad und wettbewerbsfähigen Kosten.

Methanol aus Biomasse: Neues Verfahren arbeitet bei 200 °C und unter 10 bar. Quelle: megaflopp - adobe.stock.de

Ein Forschungsteam hat ein neuartiges Verfahren zur Umwandlung feuchter Biomasse in erneuerbares Methanol entwickelt. Im Gegensatz zu konventionellen thermochemischen Prozessen, die extreme Reaktionsbedingungen erfordern, arbeitet das neue Verfahren bei Drücken unter 10 bar und Temperaturen um 200 °C.

Der Prozess verläuft über die bislang wenig untersuchten Zwischenstufen Ameisensäure und Methylformiat und erreicht hohe Methanolausbeuten pro Durchlauf.


Lesetipp: Beschichtungssysteme

Das Buch „Synthetische Bindemittel für Beschichtungssysteme“ liefert eine praxisnahe Zusammenfassung der synthetischen Bindemittel. Dabei werden die wesentlichen chemischen Grundlagen, Hauptanwendungsgebiete und Applikationstechniken aufgezeigt. Die anschauliche Vermittlung von Struktur-Wirkungsbeziehungen sowie zahlreiche Formulierungshilfen machen das Werk zu einem unverzichtbaren Fachbuch für die Praxis. Ob Studierende oder Expert:innen – dieses Buch richtet sich an alle Personen, die in der Entwicklung, Produktion, Produktprüfung, Applikation oder im Vertrieb tätig sind.


Flexibel, dezentral und wirtschaftlich

Die Methode ist flexibel hinsichtlich der eingesetzten Biomasse und eignet sich besonders für dezentrale Anwendungen. Durch die Integration von Biomasseverwertung mit Wasserstoff und Sauerstoff aus der Wasserelektrolyse entfällt der Einsatz fossiler Reaktanten, was Nachhaltigkeit und Skalierbarkeit erhöht.

Eine techno-ökonomische Analyse ergab eine Kohlenstoffeffizienz von 80 % und wettbewerbsfähige Produktionskosten zwischen 0,69 und 2,31 EUR pro Kilogramm – vergleichbar mit etablierten Verfahren wie Biomassevergasung oder Power-to-Methanol. Trotz des frühen Entwicklungsstadiums zeigt das Verfahren großes Potenzial für eine industrielle Umsetzung und als Ergänzung künftiger nachhaltiger Methanolproduktionen.

Quelle: Green Chemistry, Issue 30, 2025