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Was macht eigentlich Dr. Boris Tasche?
Mit einem reichen Erfahrungsschatz aus über drei Jahrzehnten langer Tätigkeit in der Klebstoffindustrie hat Dr. Boris Tasche der Henkel-Welt Lebewohl gesagt, ohne jedoch der Klebstoffbranche ganz den Rücken zu kehren. Der promovierte Chemiker blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück, die ihn rund um den Globus führte. Von Kirsten Wrede
Seine berufliche Laufbahn beim Düsseldorfer Industriekonzern begann 1988. Statt in die Forschung ging er bewusst in Verkauf und Marketing. „Die erste Hälfte verbrachte ich in der Oberflächentechnik „, erinnert sich Tasche. Seine Arbeit führte ihn nach Osteuropa, wo er beim Aufbau von Automobillackierereien half, sowie in die USA und nach England. Drei Jahre lebte er in Wien, anderthalb Jahre nördlich von Detroit und zwei Jahre im Vereinigten Königreich. „Das war eine schöne Zeit, aber ich muss auch sagen, dass es dann am Ende reichte.“
Seine letzte Position bei Henkel war die des Corporate Vice President M&A für Technologies. „Ich habe An- und Verkauf von gebrauchten Klebstoffgeschäften gemacht“, beschreibt er seine Aufgabe mit einem Augenzwinkern.
Parallel engagierte sich Tasche intensiv im Verbandswesen, insbesondere beim Industrieverband Klebstoffe (IVK) und bei der FEICA (Association of the European Adhesive and Sealant Industry). „Das war mir immer ein Anliegen“, sagt er. „Ich fand Mittelstand immer spannend, da trifft man sehr interessante Leute, die anders ticken als ein Konzern.“ Bei der FEICA konnte er maßgeblich dazu beitragen, dass der Verband heute auf EU-Ebene als wichtiger Ansprechpartner gilt: „Die Kommission telefoniert täglich mit uns, hier haben wir uns wirklich einen Namen gemacht. Das ist eine tolle Entwicklung.“
Heute genießt Tasche sein Leben im „südwestlichsten Zipfel von Krefeld“. Er reaktiviert alte Freundschaften, arbeitet mit Personal Trainern an seiner Fitness und kocht leidenschaftlich gerne. „Als Chemiker koche ich auch ganz gut“, schmunzelt er. „Ich bin Rezeptkoch, meine Frau ist kreativer.“ Gemeinsam besuchen sie Kochkurse bei Sterneköch:innen und gehen gerne gut essen.
Gelegentlich berät er noch Unternehmen, prüft Marktforschungsstudien oder unterstützt Private-Equity-Firmen mit seinem Fachwissen. Die Ehrenmitgliedschaft im IVK ermöglicht ihm, weiterhin mit der Branche verbunden zu bleiben – allerdings ohne, wie er scherzt, „zum Uli Hoeneß der Klebstoffindustrie zu mutieren“.