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IGF-Preis: Fraunhofer IFAM belegt mit elektrokinetischem Antifouling Platz zwei

Das Projekt „Elektra“, in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IFAM, entwickelt eine elektrodynamische Antifouling-Beschichtung zum Schutz optischer Oberflächen in maritimen Anwendungen. Für diesen innovativen Ansatz wurde das Forschungsteam um das Fraunhofer IFAM nun mit dem zweiten Platz beim IGF-Projekt des Jahres ausgezeichnet.

Die Zwitterion-basierten Copolymere erreichen eine antibakterielle Effizienz von über 95 % gegen gängige Keime. Quelle: Trygve - adobe.stock.com

Im Rahmen der IGF-Projektverleihung in Berlin wurde das Forschungsvorhaben „Elektra“ als eines der herausragenden Projekte des Jahres ausgezeichnet. Das Projekt beschäftigt sich mit der Entwicklung einer neuartigen Antifouling-Technologie für optische Oberflächen in maritimen Anwendungen. Biologischer Bewuchs – sogenanntes Fouling – stellt insbesondere für Kameras, Sensoren und Beleuchtungssysteme eine Herausforderung dar, da diese durch Verschmutzung in ihrer Funktionalität stark eingeschränkt werden.

Unter der Leitung von Dr.-Ing. Uwe Specht vom Fraunhofer IFAM sowie in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen und der TU Dresden wurde ein physikalischer Bewuchsschutz entwickelt, der auf einem elektrokinetischen Kraftfeld basiert. Dieses wird durch leitfähige, transparente Beschichtungen erzeugt, die auf Glasoberflächen appliziert werden. Die hierfür notwendigen interdigitalen Leiterbahnen werden mittels Lasertechnologie strukturiert.

Technologie mit Potenzial für maritime Industrie

Der Clou: Durch die Aktivierung des Kraftfelds können Verschmutzungen effektiv abgewehrt werden – und das dauerhaft unter Wasser und mit geringem Energieaufwand. Damit eignet sich das Verfahren insbesondere für den Einsatz in autonom arbeitenden Systemen wie ROVs oder stationären Sensorplattformen, bei denen Wartung und Reinigung nur schwer möglich sind.

Von den Ergebnissen des Projekts könnten künftig vor allem kleine und mittelständische Unternehmen profitieren – insbesondere aus den Bereichen Sensorherstellung, Laser- und Beschichtungstechnik sowie dem maritimen Maschinen- und Anlagenbau. Die Technologie eröffnet neue Möglichkeiten für den Schutz kritischer Infrastruktur im Meer und verbessert zugleich die Lebensdauer und Zuverlässigkeit optischer Systeme in rauer Umgebung.