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Skalierung biobasierter Beschichtungen durch Leistung und Partnerschaften
Da die Nachfrage nach nachhaltigen Beschichtungen weiter zunimmt, gewinnen biobasierte Materialien in mehreren wachstumsstarken Segmenten an Bedeutung. Wenjun Wu, Research Fellow bei Arkema Coating Solutions, teilt die Perspektive des Unternehmens zu Marktdynamik, Leistungsanforderungen und der Rolle von Zusammenarbeit bei der Förderung der Marktdurchdringung. Interview von Kirsten Wrede
Welche Beschichtungssegmente verzeichnen derzeit das schnellste Wachstum bei der Nachfrage nach biobasierten Materialien?

Wenjun Wu: Wir gehen davon aus, dass Beschichtungen für Verpackungen, Pulverbeschichtungen sowie Anwendungen im Gesundheits- und Medizinbereich derzeit eine besonders hohe Nachfrage nach biobasierten Lösungen verzeichnen. Auch Beschichtungen für Architektur und Bauwesen – als größtes Segment im Bereich wasserbasierter Beschichtungen – zeigen ein starkes Interesse an biobasierten Farben mit niedrigem VOC-Gehalt, da diese das Potenzial haben, die Umweltbelastung zu reduzieren.
Als vorgelagerter Lieferant von Harzen, Additiven und anderen Materialien möchten wir gemeinsam mit unseren Partnern entlang der Wertschöpfungskette die Einführung biobasierter Materialien durch neue Produktentwicklungen und Zusammenarbeit vorantreiben – im Einklang mit gemeinsamen Zielen der Branche. Zudem sind wir stark auf unsere Partner entlang der Wertschöpfungskette angewiesen, um gemeinsam neue Einsatzmöglichkeiten für diese Materialien zu identifizieren, damit wir alle in die notwendige Skalierung, Technologie und Partnerschaften investieren können, die für das Wachstum der Branche erforderlich sind.
Wie stellen Sie sicher, dass Ihre biobasierten Lösungen die gleiche Leistung wie fossilbasierte Alternativen bieten?
Wu: Arkema investiert stark in Forschung und Produktentwicklung im Bereich biobasierter Harze und Additive. Umfassende interne Bewertungen sowie die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden stellen sicher, dass alle Entwicklungen den Marktanforderungen entsprechen.
Wir haben außerdem bedeutende Fortschritte bei der Umsetzung unserer Strategie zur Herstellung weiterer biobasierter Lösungen erzielt. Im Jahr 2024 haben wir bekannt gegeben, dass unser Standort in Carling, Frankreich, nun Ethylacrylat (eine Schlüsselkomponente von Acrylpolymeren) ausschließlich aus Bioethanol herstellt. Darüber hinaus bieten wir Alkydemulsionen mit hohem biobasierten Anteil, USDA BioPreferred-zertifizierte (Meth)acrylat-Monomere sowie biobasierte Farbadditive wie HEUR-Rheologiemodifikatoren an. Zudem wurde unsere Methodik zur Berechnung des Product Carbon Footprint (PCF) von TÜV Rheinland gemäß der Norm ISO 14067:2018 validiert und zertifiziert.
Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um zuverlässige, skalierbare und zertifizierte biobasierte bzw. bio-attributierte Rohstoffe zu sichern?
Wu: Arkema ist ein Branchenführer bei der Nutzung zertifizierter Rohstoffe wie nordischer Forstnebenprodukte, Rizinusöle und weiterer Materialien zur Herstellung seiner Lösungen – und wir sind kontinuierlich auf der Suche nach zuverlässigen Lieferanten und Partnern, um unser Angebot auszubauen.
Zur Unterstützung investieren wir stark in Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette, einschließlich der Prozesse, Methoden und Standards von Organisationen wie ISCC+. Jährliche Audits der Produktionsstätten – sowohl bei Arkema als auch bei unseren Partnern in der Beschichtungswertschöpfungskette – gewährleisten die Rückverfolgbarkeit vom ursprünglichen Rohstofflieferanten bis hin zum Endanwender. Ziel ist es, dass jedes beteiligte Unternehmen bis hin zum Endkunden die Herkunft und den Weg jedes eingesetzten Materials schnell nachvollziehen kann. Beim segregierten Ansatz wird der biobasierte Kohlenstoffgehalt mithilfe der Norm ASTM D6866 (Standardprüfverfahren zur Bestimmung des biobasierten Anteils in festen, flüssigen und gasförmigen Proben) quantifiziert.