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Zerstörungsfreie Prüfung für zweite Lebensdauer von Betonbauteilen

Im neuen Sonderforschungsbereich SFB 1683 entwickeln die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und Partnerinstitutionen innovative Methoden zur Wiederverwendung von tragenden Betonbauteilen. Ziel ist es, die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen durch präzise, zerstörungsfreie Prüfverfahren voranzubringen.

Wiederverwendung statt Recycling: Neue Verfahren sollen den Zustand von Betonbauteilen zerstörungsfrei bewerten. Quelle: fotofrank stock.adobe.com

Beton ist nach wie vor der am weitesten verbreitete Baustoff weltweit – allerdings auch einer der klimaschädlichsten. Am Ende ihrer Nutzungsdauer landen tragende Betonbauteile bislang fast ausschließlich im Recycling, meist als Füllmaterial. Der Sonderforschungsbereich (SFB) 1683 setzt hier an und verfolgt einen neuen Ansatz: Tragende Elemente wie Stützen, Platten oder Wände sollen künftig rückgebaut, geprüft und erneut in Bauwerke integriert werden.

Die BAM bringt in das Projekt ihre langjährige Expertise in der zerstörungsfreien Materialprüfung ein. Im Fokus stehen neuartige Verfahren, mit denen gebrauchte Stahlbetonbauteile schnell, wirtschaftlich und zuverlässig bewertet werden können – ohne sie zu beschädigen. Ziel ist es, für die Wiederverwendung modulare, sichere Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.


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Klassifizierung statt Schreddern

Bisherige Prüfverfahren im Betonbau sind meist invasiv und kostenintensiv. Um die Wiederverwendung praktikabel zu machen, entwickelt die BAM in ihrem Teilprojekt zerstörungsfreie Methoden zur Klassifikation des Materials. Dabei wird der Zustand des Betons im Inneren analysiert, um Aussagen zur Sicherheit und Lebensdauer treffen zu können. Das eröffnet neue Wege für die Rückführung gebrauchter Bauteile in die Baupraxis.

Koordiniert wird der SFB 1683 von der Ruhr-Universität Bochum. Mit im Verbund sind das Karlsruher Institut für Technologie und die Universität Stuttgart. Insgesamt arbeiten über 50 Forschende aus Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Informatik und Architektur gemeinsam daran, Bestandsbauten als Rohstoffquellen zu erschließen. Die BAM ist für das Teilprojekt „Bewertungsmethoden und Klassifizierungsmodelle für die Wiederverwendung von Stahlbetonbauteilen“ verantwortlich.

Quelle: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Pressemitteilung vom 5. Juni 2025