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H.B. Fuller lehnt unaufgefordertes Übernahmeangebot ab

Der Vorstand von H.B. Fuller hat einen unverbindlichen Übernahmevorschlag der Investmentgesellschaft Ancora für seinen Geschäftsbereich Building Adhesives Solutions (BAS) einstimmig abgelehnt. Als Gründe nannte er eine erhebliche Unterbewertung, fehlende Finanzdetails sowie starke Wachstumsaussichten für das Segment. 

Der Vorstand von H.B. Fuller kam zu dem Schluss, dass Ancoras Vorschlag für den Geschäftsbereich Building Adhesives Solutions das Segment erheblich unterbewertet und nicht die nötigen Details enthält, um umsetzbar zu sein. Quelle: amnaj - stock.adobe.com

Der vorgeschlagene Kaufpreis von 1,1 bis 1,2 Mrd. USD (rund 0,94 bis 1,03 Mrd. EUR) war ein zentraler Streitpunkt. Der Vorstand kam zu dem Schluss, dass dieser Betrag „deutlich unter vergleichbaren früheren Transaktionen liegt und nicht den vollen Wert des Geschäfts widerspiegelt“. Darüber hinaus stellte der Vorstand fest, dass dem Vorschlag „Details zur Finanzierungsfähigkeit der Transaktion oder zum Betrieb von BAS ohne fortlaufende Unterstützung durch das Unternehmen fehlen“. 

Wachstumsdynamik und operative Integration als Schlüsselfaktoren genannt 

Über die Bewertungsbedenken hinaus hob der Vorstand die jüngste Entwicklung des BAS-Segments als Grund für die Ablehnung hervor. Im zweiten Quartal erzielte BAS ein organisches Wachstum von 6 % im Jahresvergleich sowie eine Verbesserung des EBITDA um 10 %. Der Vorstand erwartet, dass das Segment künftig „ein wesentlicher Ergebnistreiber“ sein wird, da sich die Endmärkte im Bausektor erholen und von Rückenwind profitieren – unter anderem durch die Bautätigkeit im Bereich von Rechenzentren. 

Der Vorstand verwies zudem auf die tiefe operative Integration als weiteres Hindernis für eine Ausgliederung. Das BAS-Geschäft teilt sich die Fertigungsinfrastruktur mit anderen Geschäftsbereichen von H.B. Fuller an weltweit mehr als 30 Standorten. Nach Einschätzung des Vorstands würde eine Abspaltung des Segments „zu erheblichen betrieblichen Ineffizienzen führen“, wobei steuerliche und andere Dissynergien etwaige Vorteile aus der Schuldenreduzierung weitgehend aufwiegen würden. 

Strategische Prioritäten und Schuldenabbau auf Kurs 

Der Vorstand von H.B. Fuller bekräftigte sein Bekenntnis zur aktuellen strategischen Agenda. Dazu gehören der Abschluss und die Integration der Übernahme von Advanced Medical Solutions sowie das Vorantreiben des internen Restrukturierungsprogramms mit der Bezeichnung Project Quantum Leap. Letzteres umfasst die weitere Standortrationalisierung und soll „kurzfristig eine sprunghafte Steigerung der Ertragskraft von BAS“ bewirken. 

Zur Frage der Verschuldung zeigte sich der Vorstand zuversichtlich, dass das Unternehmen seinen Verschuldungsgrad innerhalb von zwei Jahren nach Abschluss der Advanced-Medical-Solutions-Transaktion wieder in einen Zielbereich von 2,5x bis 3,0x zurückführen kann. Als Grund wurde die starke Cashflow-Generierung angeführt. Der Vorstand erklärte, dass er „das Portfolio des Unternehmens regelmäßig mit dem Schwerpunkt auf der Maximierung des Shareholder Value überprüft“ und weiterhin alle Geschäftsbereiche entsprechend bewerten werde.

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