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DFO: „Mehr Praxis, mehr Austausch, mehr Nähe zu den Mitgliedern“

Roland Grolik ist seit dem 1. Januar 2026 neuer Geschäftsführer der Deutschen Forschungsgesellschaft für Oberflächenbehandlung e.V. (DFO). Im Interview spricht der Chemieingenieur über seinen beruflichen Weg, die Herausforderungen eines kleinen Teams sowie über neue, stärker praxisorientierte Formate für Tagungen und Workshops. Das Interview führte Kirsten Wrede.

Die DFO bietet u.a. Schadensanalytik von industriellen Beschichtungen an.
Die DFO bietet u.a. Schadensanalytik von industriellen Beschichtungen an. Quelle: Penatic Studio - stock.adobe.com, generiert mit KI

Sie sind seit Kurzem Geschäftsführer der DFO. Wie war Ihr beruflicher Weg bis zu dieser Position?

Roland Grolik ist neuer Geschäftsführer der DFO.
Roland Grolik ist neuer Geschäftsführer der DFO. Quelle: DFO

Roland Grolik: Ich bin ausgebildeter Chemieingenieur, habe aber nicht den klassischen Lackhintergrund, sondern komme aus der instrumentellen Analytik. Unter anderem habe ich bei Axalta gearbeitet und Lacke auf deren Zusammensetzung untersucht.
Später habe ich als Laborleiter in einem akkreditieren Labor gearbeitet. Dort haben wir die gleichen analytischen Geräte benutzt, aber anstatt Lacken haben wir Obst und Gemüse untersucht. Seit fast zwei Jahren bin ich bei der DFO.
Hier habe ich mich bereits in viele Aufgaben eingearbeitet, u.a. in die Forschungs-Koordination, die Schadensanalytik und die Betreuung einzelner Fachausschüsse. Das ist ein großes Paket an Aufgaben, die ich sehr gerne mache.

Sie haben Ihren Vorgänger Ernst-Hermann Timmermann über einen längeren Zeitraum begleitet. Wie lief diese Übergangsphase ab?

Grolik: Genau, ich wurde als Assistent des Vorstands eingestellt. Wir haben aber direkt besprochen, dass ein Nachfolger für Herr Timmermann gesucht wird und ob ich mir zukünftig vorstellen kann, Geschäftsführer zu werden. Es hat sich dann schnell gezeigt, dass die Chemie im Team stimmt und dass mir die Aufgabenstellung zusagt.
In der Übergangszeit konnte ich viel von Herrn Timmermann lernen, aber er steht uns natürlich auch noch im Hintergrund zur Verfügung. Denn gerade das Thema Schadensanalytik ist nicht so trivial, wie man sich das vielleicht vorstellt. Man kann nicht einfach ein Bauteil unter das Gerät stellen und dann ein Ergebnis erhalten, man muss es auch richtig interpretieren können. Hier sind wir mit unserem Team für die Zukunft aber gut aufgestellt.

Was hat Sie persönlich daran gereizt, die Geschäftsführung zu übernehmen?

Grolik: Mich hat vor allem gereizt, dass die Aufgabenstellung sehr breit und sehr vielfältig ist.
Zum einem haben wir, wie bereits erwähnt, eine anspruchsvolle und interessante Schadensanlytik. Mir gefällt, dass man immer wieder neue Fälle bekommt, die man mit den Kunden diskutiert, und dass man den Kunden am Ende eine gute Lösung anbietet, mit der diese weiterarbeiten können.
Zudem reizt mich bei der DFO, dass man viel Kontakt zu den Mitgliedsunternehmen hat. Sei es bei den Fachausschüssen, sei es bei den Tagungen – man trifft sich mehrmals im Jahr und man bespricht aktuelle Themen und Herausforderungen.

Die DFO arbeitet mit einem kleinen Team. Wie ist die Zusammenarbeit organisiert?

Grolik: Wir sind tatsächlich ein kleines Team mit nur sechs Personen. Das heißt, es gibt auch Überschneidungen, dass z.B. mehrere Personen die Untersuchung der Schadensfälle übernehmen, mehrere Personen die Fachausschüsse betreuen, und mehrere Personen auch bei den anderen organisatorischen Planungen involviert sind. Wir haben uns intern so aufgeteilt, dass wir uns auch im Krankheitsfall vertreten können.

Welche inhaltlichen Veränderungen und neuen Schwerpunkte möchten Sie künftig setzen?

Grolik: Wir sind dabei, unser Programm etwas aufzufrischen, zu modernisieren. Das habe ich mir auf die Agenda gesetzt. Die Tagungen z.B. laufen nicht mehr so gut wie früher, die Zahl der Teilnehmer:innen ist gesunken. Wir versuchen das zu ändern, indem wir die Programme optimieren. Die Tagungen sollen praxisorientierter werden, und die Leute sollen mehr miteinander ins Gespräch kommen können.
Außerdem bieten wir Workshops an. Die Kurse, die wir bisher angeboten haben, sind eher theorielastig. Wir wollen nun mehr in die Praxis gehen, so dass die Teilnehmenden auch mal Übungen machen und Messtechniken selbst ausprobieren können.