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MULTIPLY: Mikroalgen als nachhaltiger Rohstoff

Das EU-geförderte Projekt MULTIPLY vereint 17 Partner, um zehn mikroalgenbasierte Produkte für fünf Schlüsselbranchen zu entwickeln – darunter Lebensmittel, Kosmetik, Schmierstoffe und Verpackungen. AIMPLAS trägt mit der Entwicklung recycelbarer Barrierebeschichtungen für Papiersubstrate und aktiver Kosmetikverpackungen bei und leistet damit einen Beitrag zur Reduzierung fossiler und lebensmittelbasierter Rohstoffe.

Fünf Mikroalgenarten liefern die Grundlage für zehn hochwertige Produkte in Sektoren von Lebensmitteln bis Verpackungen. Quelle: onairjiw - stock.adobe.com

Das Kunststofftechnologiezentrum AIMPLAS beteiligt sich am europäischen Projekt MULTIPLY, einer im Juni 2025 gestarteten Initiative zur Transformation der Industrie durch den Einsatz von Mikroalgen. Das im Rahmen des Horizon-Europe-Programms finanzierte Projekt bringt 17 strategische Partner zusammen, um zehn biologische Lösungen für fünf Schlüsselbranchen zu entwickeln und zu skalieren. Ziel ist es, die Verbreitung nachhaltiger Inhaltsstoffe auf dem Massenmarkt zu beschleunigen. Durch den Ersatz von aus fossilen und Lebensmittelquellen stammenden Zutaten durch biobasierte Alternativen soll MULTIPLY nicht nur den ökologischen Fussabdruck alltäglicher Produkte reduzieren, sondern auch den nachhaltigen und wirtschaftlichen Anbau von Mikroalgen in Europa fördern.

Das Konsortium arbeitet mit fünf Mikroalgenarten – Diatomeen, Arthrospira (Spirulina), Tetraselmis, Nannochloropsis und Chromochloris zofingiensis – um zehn Produkte mit hoher Wertschöpfung zu entwickeln. Die Anwendungen erstrecken sich über Lebensmittel (natürliche Farbstoffe und proteinreiche Zutaten), Tierfutter (mit Mikroalgenverbindungen angereicherte Lachsfutter-Komponenten), Kosmetik (Öle und Ester für die Körperpflege), Schmierstoffe (biobasierte Ester für Hochleistungsanwendungen) sowie Biomaterialien und Verpackungen (kompostierbare Folien, Papierbeschichtungen und Verpackungslösungen auf Basis von Algenölen und Stärke).

AIMPLAS entwickelt Barrierebeschichtungen für Papier

AIMPLAS entwickelt im Rahmen des Projekts nachhaltige Lösungen und Materialien aus Verbindungen und Polymeren, die aus Mikroalgen extrahiert werden, für verschiedene Verpackungsanwendungen. Zu den Aktivitäten zählt die Formulierung recycelbarer Barrierebeschichtungen für Papiersubstrate mit Wasser- und Fettbeständigkeit als Alternative zu konventionellen Papier/PE-Mehrschichtstrukturen. Dies adressiert einen wichtigen Trend in der Verpackungsindustrie hin zu Monomaterial-Lösungen, die besser recycelbar sind.

Zusätzlich beteiligt sich AIMPLAS an der Entwicklung einer aktiven Kosmetikverpackung, die Materialien aus Mikroalgen integriert – darunter funktionelle Verbindungen, Verkapselungsmatrizen und Strukturmaterialien. Ziel ist es, die Produktstabilität zu verbessern und den Bedarf an Konservierungsstoffen in Kosmetikformulierungen zu reduzieren.


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Skalierung und Marktakzeptanz im Fokus

„Der Gedanke, dass Mikroalgen eine zirkuläre Zukunft antreiben werden, fasst unseren Ansatz zusammen“, erklärte Marta Paiva, Projektkoordinatorin bei A4F, während des jüngsten Projekttreffens in Berlin. „Wir konzentrieren uns auf spezifische Produkte und Sektoren, in denen Algen konventionelle Inhaltsstoffe ersetzen können, gestützt auf Daten zu Leistung, Nachhaltigkeit und Skalierbarkeit.“

In den kommenden Monaten wird das Projekt Pilotaktivitäten zur Nährstoffrückgewinnung starten und ein neues Monitoring-Werkzeug testen. Zudem werden die ersten Algenextrakte und Öle für die Produktentwicklung geliefert – wichtige Schritte, um die Lösungen an den Markt zu bringen. Parallel treibt das Konsortium Nachhaltigkeits- und Marktakzeptanzstudien voran und legt damit die Grundlage für eine neue Generation algenbasierter Produkte in Europa.

Quelle: AIMPLAS – Plastics Technology Centre (2026). AIMPLAS participates in a project to develop 10 algae-based products for 5 key sectors. Pressemitteilung, 24. Februar 2026.

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