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Multifunktionale Beschichtung schützt Metalle in Polarregionen
Ein chinesisches Forschungsteam hat eine Polyurethanbeschichtung mit Polydopamin-modifiziertem MXen (Ti₃C₂Tₓ) entwickelt, die Vereisung verzögert, Korrosion verhindert und sich unter Lichteinwirkung selbst repariert. Die Hybridbeschichtung kombiniert drei Schutzfunktionen für den Einsatz unter extremen polaren Bedingungen.
Anlagen und Equipment in Polarregionen sind besonderen Belastungen ausgesetzt: niedrige Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit und salzhaltige Umgebungen führen zu Vereisung und Korrosion. Ein Forschungsteam um Qiang Sun, Cuiting Du und Wei Wang hat eine multifunktionale Beschichtung entwickelt, die diese Herausforderungen gleichzeitig adressiert. Grundlage ist ein Komposit aus Polydopamin (PDA) und dem zweidimensionalen MXen Ti₃C₂Tₓ, das durch oxidative Selbstassemblierung hergestellt wird. Die Catechol- und Aminogruppen des PDA verbessern dabei sowohl die Grenzflächenhaftung als auch die photothermischen Eigenschaften.
Die flexible Polyurethanmatrix wurde aus Hexamethylendiisocyanat (HDI), Polydimethylsiloxan (PDMS), 2,5-Bis(aminomethyl)furan und Bismaleimid (BMI) aufgebaut. Über 3-Aminopropyltriethoxysilan (KH550) erfolgt die kovalente Anbindung des PDA@Ti₃C₂Tₓ-Komposits an die PU-Matrix, wodurch eine Hybridbeschichtung (PUKT) mit hoher Grenzflächenkompatibilität entsteht.
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Verzögerte Vereisung und schnelle Enteisung
Auf der beschichteten Oberfläche gefrieren Wassertropfen 208 s später als auf reinem Polyurethan. Bei einer Sonneneinstrahlung von 0,5 sun löst sich eine bereits gebildete Eisschicht innerhalb von 325 s vollständig ab. Bei –20 °C entfernt die PUKT-Beschichtung Eis innerhalb von 290 s – ein Effekt, der auf die hohe photothermische Umwandlungseffizienz des MXens zurückzuführen ist.
Elektrochemische Impedanzspektroskopie und Relaxationszeitverteilungsanalysen belegen, dass die Beschichtung sowohl bei Raumtemperatur als auch bei 4 °C das Eindringen korrosiver Medien wirksam blockiert. Die zweidimensionale Lamellenstruktur des MXens bildet zusammen mit der starken Substratbindung eine effektive Barriere, die auch nach mechanischer Beschädigung Schutzwirkung aufrechterhält.
Selbstheilung durch Diels-Alder-Reaktion
Die Selbstheilungsfunktion basiert auf einem reversiblen Diels-Alder-Netzwerk zwischen dem Furan- und dem Maleimidbaustein. Unter photothermischer Anregung erreicht die Beschichtung innerhalb von 300 s eine effiziente Reparatur von Beschädigungen. Damit verlängert sich die Schutzwirkung deutlich, da Mikrorisse und Kratzer nicht zu fortschreitender Korrosion führen.
Die Arbeit zeigt, wie sich durch geschickte molekulare Gestaltung drei Schutzfunktionen in einem einzigen Beschichtungssystem realisieren lassen. Für Metalle in polaren oder anderen extremen Umgebungen bietet die PUKT-Beschichtung damit einen integrierten Lösungsansatz, der über klassische Korrosionsschutzsysteme hinausgeht.
Quelle: Sun, Q., Du, C. & Wang, W. Multifunctional PDA@Ti₃C₂Tₓ/PU coatings with integrated anti-icing, anti-corrosion, and photothermally triggered self-healing performance for metal protection. Prog. Org. Coat. 110053 (2026). https://doi.org/10.1016/j.porgcoat.2026.110053