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Treibmittel in Brandschutzbeschichtungen im Fokus

Ein neues Review analysiert systematisch die Rolle chemischer und physikalischer Treibmittel in intumeszierenden Brandschutzbeschichtungen. Angesichts der Toxizitätseinstufung von Melamin rücken biobasierte und anorganische Alternativen in den Vordergrund.

Kritischer Bestandteil: Treibmittel steuern die Expansion und Schaumstruktur intumeszierender Brandschutzbeschichtungen maßgeblich. Quelle: Sergej - stock.adobe.com

Treibmittel sind entscheidend für die Schutzleistung intumeszierender Brandschutzbeschichtungen, da sie deren Expansionsfähigkeit und die Bildung einer wirksamen thermischen Barriere bestimmen. Trotz jahrzehntelanger Forschung an intumeszierenden Systemen wurden das mechanistische Verständnis und die systematische Bewertung von Treibmitteln häufig vernachlässigt. Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Technischen Universität Dänemark hat diese Lücke nun mit einem umfassenden Review geschlossen.

Die Übersichtsarbeit behandelt die Zersetzung, Gasentwicklung und Wechselwirkungen von Treibmitteln mit Säure- und Kohlenstoffquellen. Besonderes Augenmerk liegt darauf, wie Treibmittel die Expansionskinetik, die Kohleschichtmorphologie und die Feuerbeständigkeit steuern.


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Melamin unter Druck – Suche nach Alternativen

Das Review fasst den aktuellen Wissensstand zu Treibmitteln in intumeszierenden Systemen zusammen. Behandelt werden stickstoffreiche Verbindungen wie Melamin, Harnstoff, Glycin und Guanidin sowie feststoffexpandierbare Materialien wie Blähgraphit, Alkalisilicate und Minerale. Melamin gilt aufgrund seiner thermischen Kompatibilität und hohen Gasausbeute nach wie vor als Referenz.

Allerdings hat die jüngste Toxizitätseinstufung von Melamin die Suche nach neuen Treibmitteln notwendig gemacht. Das Forschungsinteresse an alternativen, nachhaltigen intumeszierenden Systemen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Biobasierte Verbindungen als vielversprechende Route

Die vergleichende Analyse im Review identifiziert vielversprechende Alternativen: Biobasierte Verbindungen wie Phytinsäure und Glycin sowie anorganische Partikel wie Blähgraphit und Alkalisilicate bieten aussichtsreiche Wege zu sichereren, toxizitätsarmen und nachhaltigeren Formulierungen. Die Autoren fordern Forschende auf, die Rolle von Treibmitteln künftig systematischer zu untersuchen, um die Entwicklung leistungsfähiger und umweltverträglicher Brandschutzbeschichtungen voranzutreiben.

Das Open-Access-Review bietet Formulierenden eine strukturierte Wissensbasis für die gezielte Auswahl und Optimierung von Treibmitteln in intumeszierenden Beschichtungssystemen.

Quelle: Ahmadi, H. et al. Blowing agents and solid-expandable particles in fire protective coatings: A review. Prog. Org. Coat. 110054 (2026).