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Lanxess reagiert auf schwache Nachfrage mit Werksschließungen und gesenkter Prognose

Lanxess kündigt weitere Kostensenkungen an, darunter die Schließung mehrerer Produktionsstandorte in Deutschland, Großbritannien und den USA. Das Unternehmen rechnet für 2025 mit einem deutlich geringeren EBITDA und verweist auf anhaltend schwache Nachfrage, Preis­druck aus Asien und Handelsunsicherheiten.

Lanxess schließt Produktionsanlagen in Krefeld-Uerdingen, Widnes und El Dorado, um Kosteneinsparungen zu erzielen. Quelle: Lanxess

Lanxess hat angekündigt, seine Kostenstruktur weiter zu straffen und mehrere Werke zu schließen, um der weltweit schwachen Nachfrage zu begegnen. Der Spezialchemiekonzern senkte gleichzeitig seine EBITDA-Prognose für 2025 auf 520 – 580 Millionen EUR, zuvor lag die Erwartung bei 600 – 650 Millionen EUR. Gründe sind neben einer allgemeinen Marktschwäche auch Preis­druck aus Asien und Unsicherheiten durch Zollstreitigkeiten mit den USA.

In Krefeld-Uerdingen wurde im zweiten Quartal 2025 die Hexan-Oxidationsanlage stillgelegt. Bereits 2023 hatte Lanxess angekündigt, die Anlage zu verkaufen oder stillzulegen. Die Produktion von Chromoxidpigmenten am Standort bleibt jedoch bestehen. Zusätzlich wird die Schließung des Werks im britischen Widnes vorbereitet, wo künftig keine Aroma­chemikalien mehr produziert werden. Die Fertigung wird bis 2026 an einen anderen Standort verlagert. Auch die Bromprodukte-Produktion im US-amerikanischen El Dorado (Arkansas) soll bis Ende 2026 gestrafft werden. Insgesamt fallen dadurch rund 135 Arbeitsplätze weg.

Marktunsicherheiten und Überkapazitäten aus China

CEO Matthias Zachert verwies auf eine deutliche Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds in den vergangenen Monaten. Neben schwacher Nachfrage belasten die europäischen Chemiehersteller vor allem chinesische Überkapazitäten. Da der US-Markt für chinesische Anbieter schwerer zugänglich ist, drängen diese verstärkt auf den europäischen Markt und setzen Preise unter Druck.

Besonders stark betroffen ist das Segment Advanced Intermediates, während der Bereich Specialty Additives ebenfalls unter der Baukonjunktur und höheren Energiekosten leidet. Am wenigsten betroffen ist das Geschäftsfeld Consumer Protection, das von einem verbesserten Produktmix, Versicherungszahlungen und Kosteneinsparungen profitierte. Im zweiten Quartal 2025 sank der Konzernumsatz um 12,6 % auf 1,47 Milliarden EUR, das EBITDA vor Sondereinflüssen um 17,1 % auf 150 Millionen EUR.