Nachrichten Lacktechnologien

Lösemittel- und Temperatureinflüsse bei der Photoiniferter-RAFT-Polymerisation von PEG-Methacrylat

Eine aktuelle Studie zeigt, wie sich Lösemittelmittelwahl und Temperatur gezielt auf die PI-RAFT-Polymerisation von PEG-Methacrylat auswirken – ein entscheidender Schritt für kontrollierbare, biokompatible Polymere.

Die Photoiniferter-RAFT-Polymerisation ermöglicht eine präzise Kontrolle über PEGMA-basierte Polymere für biomedizinische Anwendungen. Quelle: xartproduction - stock.adobe.com

Die Photoiniferter-(PI)-RAFT-Polymerisation gilt als vielversprechender Ansatz, um (Meth)acrylat- und styrolbasierte Polymere mit hoher Lebendigkeit herzustellen. Der Verzicht auf ein Ungleichgewicht zwischen Initiator- und Kettenübertragungsfragmenten reduziert bimolekulare Terminationsreaktionen, die in konventionellen RAFT-Prozessen häufig auftreten.

Ein Forschungsteam hat nun gezielt die Polymerisation von Poly(poly(ethylene glycol) methyl ether methacrylate) (P(PEGMA)) mittels PI-RAFT untersucht. P(PEGMA) gilt als potenziell biokompatibles Material für medizinische Anwendungen, doch die hochreaktiven Radikale machen eine präzise Steuerung der Reaktion schwierig.


Lesetipp: Lackentwicklung

Das Fachbuch „Lackentwicklung mit statistischer Versuchsplanung“ von Albert Rössler leitet Sie an, die Methode der statistischen Versuchsplanung zu beherrschen. Es bietet zahlreiche Beispiele gängiger Versuchspläne aus der Lackentwicklung. Außerdem widmet es sich der Auswertung und anschließender Interpretation der Daten. Darüber hinaus werden die wichtigsten Softwarelösungen vorgestellt, die den Praktiker bei der Arbeit unterstützen können.


Einfluss von Lösemittelmitteln und Reaktionsbedingungen

Die Studie analysierte unterschiedliche Parameter wie Anregungswellenlängen, Monomerkonzentrationen, Temperaturen und Lösemittelmittel. Dabei zeigte sich, dass der Propagationskonstante (kp) maßgeblich durch das RAFT-Gleichgewicht beeinflusst wird. Für verschiedene Lösemittelmittel wurden die Arrhenius-Parameter sowie Aktivierungsenthalpie und -entropie bestimmt.

Die Auswertung ergab, dass der effektive Kollisionsfaktor A stark mit den Extinktionskoeffizienten der Chain Transfer Agents (CTA) korreliert. Polarskalen wie Kalmet–Abraham–Taft (KAT) oder Catalan-Parameter erwiesen sich dagegen als ungeeignet, um kp oder thermodynamische Größen zuverlässig vorherzusagen.

Ergebnisse zeigen zudem, dass der Chain Transfer Constant (Ctr) über 1 liegt, was auf eine gute Kontrolle der Polymerisation hinweist. Ein Anstieg der Temperatur reduzierte Ctr, da die Photoneneinwirkung konstant blieb, während kp anstieg. Anisole erwies sich als das geeignetste Lösemittelmittel, da es eine enge Molekulargewichtsverteilung (Đ = 1.30) selbst bei 40 °C gewährleistete.

Quelle: Polymer Chemistry, Issue 25, 2025