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Lignin in Marinebeschichtungen: Geringe Antifouling-Wirkung trotz vielversprechender Ansätze

Unmodifiziertes Kraftlignin galt als vielversprechender Kandidat für bio-basierte Antifouling-Beschichtungen. Eine aktuelle Studie zeigt nun: Die Wirkung in maritimer Umgebung ist begrenzt – und stellt bisherige Annahmen infrage.

Superhydrophobe Mikro-Nano-Oberflächenstrukturen verhindern das Eindringen korrosiver Medien durch einen stabilen „Luftpolster“-Effekt. Quelle: Svetlana Yudina - stock.adobe.com

Ein internationales Forschungsteam untersuchte das Potenzial von unmodifiziertem Kraftlignin als funktioneller Füllstoff in wasserbasierten Beschichtungen mit antifouling Eigenschaften. Das Lignin wurde in einer Konzentration oberhalb der kritischen Pigmentvolumenkonzentration in die Formulierungen eingebracht, um eine direkte Interaktion mit im Meerwasser vorkommenden Organismen zu ermöglichen. Dabei sollte die unvollständige Benetzung der Ligninpartikel durch das Bindemittel die Freisetzung bioaktiver Substanzen fördern.

Alle entwickelten Systeme waren wasserbasiert, um den Einsatz flüchtiger organischer Verbindungen zu vermeiden. Erste Labortests wiesen auf eine potenzielle Wirksamkeit gegen Biofouling hin. Feldversuche am CoaST Maritime Test Center ergaben jedoch ein anderes Bild: Die beschichteten Substrate zeigten kaum antifouling Wirkung, was die ursprüngliche Hypothese der direkten Wechselwirkung zwischen Lignin und Organismen infrage stellt.


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Mechanische Schwächen durch hohe Ligninkonzentration

Ein weiteres Ergebnis der Studie betrifft die mechanische Stabilität: Höhere Ligninanteile verbesserten zwar die Kontaktwahrscheinlichkeit mit marinen Organismen, führten aber gleichzeitig zu einer signifikanten Beeinträchtigung der mechanischen Eigenschaften der Beschichtungen. Das schränkt die praktische Anwendbarkeit des Konzepts deutlich ein.

Trotz der enttäuschenden Feldergebnisse sieht das Autorenteam in der vorgestellten Formulierung einen möglichen Ausgangspunkt für weitere Forschungen zu bio-basierten Füllstoffen. Der Einsatz von Lignin als umweltfreundliche Alternative in Beschichtungssystemen bleibt ein viel diskutiertes Thema – allerdings müssen Wirkmechanismen und Materialkompatibilität noch besser verstanden werden.

Quelle: Journal of Coatings Technology and Research, Volume 21, Seiten 993–1003, (2024)