Bitte warten Sie.'

Die Seite wird geladen.'


Home  > Publikationen  > Blog  > Brandschutz, aber wie?

Samstag, 22. Juli 2017

Brandschutz, aber wie?

Donnerstag, 06. Juli 2017 | Veröffentlicht von: Kirsten Wrede, FARBE UND LACK

Haben Sie sich nach dem tragischen Brand des Grenfell Towers in London mit vielen Toten und Verletzten auch schon mal gefragt, ob so ein Feuer auch in Ihrem Haus, an Ihrer Fassade, ausbrechen könnte? Egal, ob Eigenheim oder Mietwohnung? Vor allem in den Medien wird aktuell intensiv der Brandschutz von Fassadenbekleidungen diskutiert.

Die aktuelle Ausgabe des "Spiegel" (27/2017) geht z.B. nicht "nur" auf das Hochhaus in London ein, sondern auch auf einen folgenreichen Vorfall in Duisburg. Durch eine Unachtsamkeit entstand im Mai 2016 ein Brand in der Erdgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses, der auf die Isolierung der Außenwand überging und sich schnell ausbreitete. Drei Tote und viele Verletzte waren die Folge. Als Dämmmaterial wurde Polystyrol ausgemacht.

In dem Artikel werden auch die Forderungen von Brandschützern nach strengeren Vorschriften für Gebäude mittlerer Höhe in Deutschland laut.

Die Lage stellt sich kompliziert dar:

In Deutschland ist Brandschutz Ländersache.

Es gibt unterschiedliche Brandschutzvorgaben für hohe und niedrige Häuser, neue und ältere Gebäude.

Wichtig ist nicht nur die Art des Dämmmaterials. Auch bei der Montage etc. können viele Fehler gemacht werden.

Im direkten Zusammenhang mit dem Grenfell Tower kann auch die Räumung eines elfstöckigen Wohngebäudes in Wuppertal gesehen werden: Aufgrund gravierender Brandschutzmängel hat die Stadt Wuppertal vor ein paar Tagen die Bewohner des Hochhauses evakuiert. In Folge der Brandkatastrophe in London sei man zu einer neuen Gefahreneinschätzung gekommen, wird der zuständige Dezernent in der "Westdeutschen Zeitung" zitiert. Das zum Ende der 1950er Jahre erbaute Hochhaus weise eine vorgelagerte Kunststoff-Fassade auf, die über einer Holzkonstruktion befestigt sei. Außerdem sei beim Bau entflammbarer Dämmstoff verwendet worden. In Kombination mit der besonderen baulichen Konstruktion des Gebäudes – der einzige Fluchtweg führt aus den Wohnungen über Balkone an der Fassade entlang – habe die Stadt handeln müssen.

Ich habe mal den Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel nach einer Einschätzung zu den Vorkommnissen gefragt. Verständlich fand ich die Aussage, dass sich der Verband im Moment nicht an Spekulationen über die Ursachen und den Verlauf des Brandes in England beteiligen möchte. Demzufolge stecken die zuständigen Behörden noch mitten in den Ermittlungen und einen ersten Zwischenbericht solle es im Verlauf des Sommers geben. Den wolle man zunächst abwarten.

Als Reaktion auf die aktuellen Geschehnisse hat der Verband jedoch zwei Statements veröffentlicht, um zu einer Versachlichung der Diskussion beizutragen:

Sie beinhalten u.a. wichtige Informationen zur Brandsicherheit von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) und eine Stellungnahme zu London und Wuppertal.

Der Verband betont, man könne inzwischen sicher davon ausgehen, dass weder am Gebäude in London noch in Wuppertal ein WDVS verbaut war. Auch der Dämmstoff EPS sei entgegen anderslautender Presseberichte nicht beteiligt gewesen.

Gleichzeitig unterstreichen die Unterzeichner, dass die Dämmung der Gebäudehülle für den Umwelt- und Klimaschutz unentbehrlich sein und sprechen sich für hohe Sicherheitsstandards und wirksame Kontrollen aus.

Wie sehen Sie das mit dem Brandschutz? Wo sollte angesetzt werden, welche Vorgaben verschärft, wo besser kontrolliert werden, um das Brandrisiko zu minimieren? Schreiben Sie mir, ich freue mich auf Ihre Reaktionen!

Übrigens: Um technische Innovationen und gesetzliche Bestimmungen für Brandschutzbeschichtungen geht es auch beim European Coatings Fire Forum 2017 am 17. und 18. Oktober in Berlin. Wir würden uns freuen Sie dort zu sehen!

Kommentare (0)
Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben

Sie sind nicht eingeloggt

registrieren