Speziallack gegen Wildpinkler: gute PR für die Branche

Freitag, 20. März 2015 | Veröffentlicht von: Damir Gagro, FARBE UND LACK

Wenn es das Thema Farben und Lacke in die Publikumspresse schaffen, dann geht es doch meistens um Farbtrends. Der dekorative Aspekt ist im Fokus, weitere Funktionen sind so gut wie nie ein Thema. Auch in meinem Bekanntenkreis ist Farbe meist nur als optische Veredlung von Oberflächen bekannt. Umso amüsanter fand ich den Artikel im Spiegel "St. Pauli pinkelt zurück", über den ich Anfang März zufällig gestolpert bin.

Auf den ersten Blick erschließt sich die Verbindung zur Farben- und Lackbranche nicht, hat aber doch damit zu tun. Die Interessengemeinschaft St. Pauli hat in Zusammenarbeit mit einer Hamburger Werbeagentur nach eigenen Angaben zwei Hausfassaden mit einem wasserabweisenden Lack gestrichen. Wer gegen eine solche Wand pinkelt, bekommt den Abperleffekt zu spüren - und macht sich selbst Hose und Schuhe nass. Ein Video hierzu findet man auf Youtube unter "St. Pauli pinkelt zurück". Bereits mehr als 3 Mio. Klicks hat der Clip schon generiert.

Laut Angaben der Interessengemeinschaft wollen der Ballermann/Mallorca, das Münchner Oktoberfest, Karnevalsstädte wie Köln und Bonn ihn haben: den Lack. Bei dem Lack handelt es sich um eine superhydrophobe und oleophobe Beschichtung des amerikanischen Herstellers Ultratech. Auf eine vielleicht freche, aber witzige Art und Weise finden Farben und Lacke in der Publikumspresse statt – und zwar nicht nur als Farbtrend. Hier steht eindeutig eine Funktion, von vielen möglichen, im Fokus. Solche eine Meldung wirft ein gutes Licht auf unsere Branche und zeigt, was ein Hightech-Produkt heute alles leisten kann, außer farblich gut auszuschauen. Schade finde ich nur, dass eine dritte Partei die Lackbranche ins Rampenlicht stößt. Unsere Branche sollte dieses doch auch alleine können.  

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