Zurück in die Zukunft

Freitag, 02. September 2016 | Veröffentlicht von: Vanessa Bauersachs, FARBE UND LACK

Einen Blick in die Glaskugel hat der Verband der Chemischen Industrie (VCI) schon vor drei Jahren mit seiner Studie zur chemischen Industrie 2030 gewagt. Vor kurzem wurden nun Updates veröffentlicht. Wie ergeht es der deutschen Chemiebranche und der Lackindustrie 2030?

Rohstoffe und Forschung

Der Ölpreis wird wieder steigen – jedoch geht der VCI davon aus, dass die Preise deutlich günstiger bleiben als noch vor drei Jahren angenommen.

"Fossile Rohstoffe – darunter vor allem das Erdölderivat Naphtha – werden bis 2030 der wichtigste Ausgangsstoff für die Branche bleiben. Ihr Anteil an der Rohstoffbasis schwächt sich aber leicht ab. Demgegenüber steigt der Anteil nachwachsender Rohstoffe von derzeit 13 auf 18,5 Prozent (2030)" – so liest es sich in der Zusammenfassung des Berichts auf der Webseite des VCI. Der Verband mahnt an, dass weitere Forschungsanstrengungen und die Zusammenarbeit mit anderen Industrie nötig sind, um neue Wertschöpfungsketten aufzubauen. Eine nicht ideale aber doch sehr wahrscheinliche Prognose - bleibt zu hoffen, dass die Lackbranche sich hier gut aufstellen kann.

Nicht nur im Bereich Nachhaltigkeit sondern allgemein prognostiziert der VCI verstärkte Forschungsanstrengungen weltweit. Hinzu kommt ein verstärkter Innovationsdruck – gerade da durch einen schnelleren Austausch von Wissen und Technologie einzelne Länder nicht mehr über einen langen Zeitraum hinweg einen technologischen Vorsprung halten könnten. Auch durch Industrie 4.0 verändere sich der Arbeitsalltag. Ich bin gespannt, inwiefern und wie schnell das Labor 4.0 Wirklichkeit wird. Gerade in Bezug auf die Lackbranche frage ich mich aber auch, wie sich der Fachkräftemangel weiter entwickeln wird.

Märkte und Wirtschaft

Aktualisierungen gibt es auch im Bereich Wirtschaft und Märkte. Die Weltwirtschaft werde wachsen, jedoch geht der VCI von einer schwächeren Dynamik auf wichtigen Auslandsmärkten aus als 2013 angenommen. Das Wirtschaftswachstum in China sei stark abgeschwächt und auch Brasilien und Russland sieht der VCI in seinem Update in einer Rezession.

Für Deutschland bleibt die Prognose jedoch positiv. "Die Aktualisierung der 2030-Studie zeigt: Deutschland bleibt auch in Zukunft einer der bedeutendsten Chemiestandorte der Welt. Diese Perspektive muss aber strategisch erarbeitet werden", lautet das Fazit des VCI. Punkte einer erfolgreichen Strategie seien unter anderen, Chancen der Globalisierung nutzen, Innovationsoffensiven starten, Ressourceneffizienz erhöhen und Produktivität steigern.

Dies sind nur einige, ausgewählte Punkte, die der VCI behandelt. Weitere Updates zu den Prognosen und die vollständige Studie von 2013 zum Download finden Sie hier:

www.vci.de/services/publikationen/broschueren-faltblaetter/vci-prognos-studie-die-deutsche-chemische-industrie-2030-update-2015-2016.jsp.

Was denken Sie, wie sehen die chemische Industrie und die Lackbranche 2030 aus? Wo sehen Sie Chancen und Herausforderungen? Über Ihre Meinungen würde ich mich sehr freuen.

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