Grün grün grün sind alle meine Lacke?

Montag, 21. November 2011 | Veröffentlicht von: Sonja Schulte, FARBE UND LACK

Noch ist es nicht ganz soweit, aber die Lackindustrie ist auf einem guten Weg dorthin. Das größte Manko ist meiner Meinung nach allerdings, dass bisher keine allgemeingültigen Standards festgelegt wurden, die von der gesamten Branche aktzeptiert und angewendet werden. Auf den Punkt gebracht, hat es in der letzten Woche Susanne Struck, Evonik, mit ihrem Vortrag "Welches grün darfs sein?" auf der VILF-Jahrestagung in Neu-Isenburg. Momentan macht jeder das was er für richtig hält. Die einen setzten auf Life Cycle Assesments, andere sagen der CO2-Footprint ist eine geeignetes Maß.

Die Rohstofflieferanten schreiten zügig voran und bestimmen für ihre Produkte Kohlendioxidäquivalente, führen Life Cycle Assesments durch, erstellen beispielsweise Umweltdeklarationen (Environmental Product Declarations (EPD)) nach ISO 14025 für ihre Produkte und lassen diese vom TÜV zertifizieren. Damit bereiten sie den Weg Lacksysteme attraktiv für die sogenannten LOHAS zu machen. LOHAS ist die Abkürzung für Lifestyles of Health and Sustainability" was etwa bedeutet "Ausrichtung der Lebensweise auf Gesundheit und Nachhaltigkeit". Auf www.lohas.de lässt sich dazu folgendes finden: "Neue Werte, neues Bewusstsein, die Bedürfnisse der Menschen richten sich nach Innen, eine Umkehr der Lebensweise nach Selbstkenntnis, nach Stressfreiheit und Entschleunigung, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Beständigkeit. Dies alles mündet in eine Nachfrage von wirtschaftlich, gesundheitlich und ökonomisch sinnvollen Produkten und Dienstleistungen." Dieser Trend lässt sich leicht beobachten - auch im Alltag. Aber was bedeutet das für die Lackhersteller? Die Rohstofflieferanten stellen Umweltdeklarationen zur Verfügung und die Lackhersteller können diese abrufen.
Hört sich einfach und gut an. Allerdings stellt sich die Frage, wie denn die Kosten, die die Erstellung einer solchen Umweltdeklaration verursacht gedeckt werden. Mancher Lackhersteller mag befürchten, dass die Rohstofflieferanten das auf den Preis aufschlagen werden und besonders die mittelständischen Hersteller fragen sich, wie sie sich das denn leisten sollen. Sie zweifeln, dass sie eine solche Preiserhöhung direkt an ihre Endverbraucher weitergeben können. Wenn aber die Lackherselen keine Umweltdeklarationen für ihre Produkte erstellen sind sie vielleicht schon bald nicht mehr wettbewerbsfähig. Oder ist das alles nur ein Hype?

Kommentare (0)
Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben

Sie sind nicht eingeloggt

registrieren