Es geht doch!

Dienstag, 03. August 2010 | Veröffentlicht von: Damir Gagro, FARBE UND LACK

Die Dinge beim Namen nennen, Probleme korrekt beschreiben, eigene Interessen darlegen – und sich dann zusammenraufen und etwas gemeinsam machen. So wünscht man sich das idealerweise. Was in der großen Politik in Berlin oder Brüssel nicht so recht klappt, hat jetzt vorbildlich funktioniert, als es darum ging, die Spezifikationen in der Lebensmittelverpackungskette zu beschreiben. Zehn Verbände – unter Führung des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde – haben eine Informationsschrift erstellt, um das "gemeinsame Bemühen um sichere Lebensmittelverpackungen zu unterstützen".

Mit dabei waren neben dem Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie mit PlasticsEurope Deutschland und dem Industrieverband Klebstoffe zwei weitere Industrievereinigungen aus der großen Welt der Chemie.

Das belegt eindrucksvoll, dass die Industriebranchen, die Bestandteile für Lebensmittelverpackungen produzieren, sehr wohl in der Lage sind, eigenständig und ohne staatliche Aufsicht ihren Sorgfaltspflichten nachzukommen. Konkret liefert die vorgelegte Informationsschrift Hilfestellung zur Kommunikation innerhalb der Lieferkette, Anregungen für die Formulierung von Produktspezifikationen und vor allem eine neutrale Informationsgrundlage über alle rechtlichen Anforderungen, die es zu beachten gilt, wenn Lebensmittelverpackungen hergestellt werden sollen.
Alle Formulierungen sind bewusst materialunabhängig und produktneutral – Werbung für einzelne Materialarten wird also nicht gemacht. Und schlussendlich werden die Hersteller auch nicht entmündigt, indem ihnen vorgefertigte Zwangsformulierungen und Formblätter vorgesetzt werden, sondern die individuelle Verantwortlichkeit jedes einzelnen Industrieunternehmens wird betont.
Insgesamt also eine mustergültige Mehrverbändeaktivität, die unparteiisch und neutral informieren will, ohne die Veröffentlichung gleich als Kampfschrift zur Positionierung im Politdschungel zu nutzen. Information ist Trumpf, Manipulationen sind die Luschen, und genauso soll es ja wohl auch sein.
Michael Bross, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.

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