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11. Okt 2017 // Rohstoffe

Fünf Fakten über Titandioxid

Die halbe Welt spricht über Titandioxid. Große Sorgen bereitet momentan die potenzielle Einstufung als "wahrscheinlich kanzerogen" innerhalb Europas. Wir haben fünf Fakten über das wichtigste Pigment der globalen Lackindustrie zusammengetragen.

Ohne das Weißpigment Titandioxid wären aktuelle Farben und Lacke kaum herzustellen. (Foto: robert - Fotolia)

Viele Branchen verwenden Titandioxid. Allerdings ist keine so abhängig davon, wie Farben- und Lackhersteller. 56 % des globalen Titandioxidverbrauchs landen hier. Auf Platz 2 folgt die Kunststoffindustrie (25 %) und auf dem dritten Rang dann die Papierindustrie. Auch in Kosmetikprodukten, Sonnencreme oder Zahncreme findet sich das Weißpigment. 2015 lag die Produktion von Titandioxidpigmenten bei ca. 5,3 Millionen Tonnen.

Titandioxid Verbrauch Branchen

TiO2-Bedarf regional

Der regionale Bedarf für Titandioxid korreliert eng mit den Standorten großer Industriezentren. Es verwundert daher nicht, dass etwa ein Drittel des weltweiten Titandioxidbedarfs in China anfällt. Ebenfalls wenig überraschend, dass Europa (19,5 %) und Nordamerika (15,9 %) auf Platz 2 und 3 folgen.

Titandioxid regionaler Verbrauch

Wichtige Hersteller

In den letzten Jahren hat sich am Rohstoffmarkt einiges getan. DuPont und Huntsman haben beispielsweise ihr Titandioxidgeschäft abgespalten, andere große Unternehmen haben den Geschäftsbereich verkauft, weitere in Fusionen aufgegangen.

Hersteller Lieferanten Titandioxid

Pro-Kopf-Verbrauch

Schaut man sich den Pro-Kopf-Verbrauch von Titandioxid an, gibt es große Unterschiede. Dieser liegt nirgendwo auf der Welt so hoch wie bei uns in Deutschland, wir kommen auf etwa 4,17 kg pro Kopf und Jahr. Das deutlich schwächer industrialisierte Brasilien liegt dagegen bei lediglich 0,95 kg pro Kopf und Jahr. Es kommt aber natürlich auch auf die Art der Industrie an, so verbraucht z.B. Japan ebenfalls "nur" 1,77 kg Titandioxidpigmente pro Jahr und Kopf

Titandioxid Pro Kopf

Herstellung und Vorkommen

Um Titandioxid herzustellen, gibt es zwei wesentliche Wege. Zum einen kann es durch das Sulfatverfahren gewonnen werden. Die wichtigste Rohstoffquelle ist dabei das Mineral Ilmenit, das etwa 40 bis 65 % Titandioxid enthält. Der zweite wichtige Weg ist das Chloridverfahren. Hier wird meist Rutil eingesetzt, das bereits zu 93 bis 96 % aus reinem TiO2 besteht. Aber auch andere Mineralien mit hohem Titandioxidanteil werden für das Chloridverfahren eingesetzt.

Herstellung Titandioxid

Rohstofftipps:

Newsletter: Aktuelle Preisspiegel für Lackrohstoffe, nicht nur für Titandioxid, erhalten Sie wöchentlich beim Farbe und Lack // Rohstoffreport. Unter anderem informiert der Preisreport über alle wichtigen Harze, Pigmente, Füllstoffe und relevante Lösemittel.

Buch: In der zweiten überarbeiteten Auflage des Fachbuchs Titandioxid erfahren Leser alles Wissenswerte zum wichtigsten aller Pigmente. Auch die Möglichkeiten und Grenzen des Ersatzes durch andere Stoffe bzw. durch andere Umformulierungsstrategien werden durchleuchtet.

Konferenz: Im Januar treffen sich internationale Experten auf dem EC TiO2 Forum, um über die neusten technischen Entwicklungen und regulatorische Neuerungen rund um das Thema Titandioxid zu diskutieren. Early Bird Rabatte sind noch bis zum 28 November buchbar.

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Leistungsstarke Lacke formulieren

Heutige Lacksysteme müssen eine Vielzahl von Anforderungen erfüllen: vom stabilen Farbeffekt bis hin zum Korrosionsschutz. Ein umfassendes Verständnis, sowohl über die in einer Formulierung verwendeten Komponenten als auch über die Wechselwirkungen dieser untereinander, ist dazu unabdingbar. Auch der Produktionsprozess, das Beschichtungsverfahren und die Bedingungen bei der Filmbildung bestimmen das Eigenschaftsprofil der Beschichtung. In diesem Buch werden Lackchemikern oder Formulierungsspezialisten Prinzipien an die Hand gegeben, wie die Eigenschaften einer Beschichtung gezielt beeinflusst werden können. Ebenso soll dieses Wissen dazu dienen, Fehler zu vermeiden oder diese schnell zu korrigieren.

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1 Kommentare

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sicpa

13. Okt 2017

Ich fände es noch wichtig dass man bei der Diskussion über Titandioxid ebenfalls die wachsende industrielle Bedeutung von Titanmetall erwähnt. Titanmetall ist in den letzten Jahrzehnten von einem exotischen Hi-Tech-Werkstoff zu einem begehrten Industriemetall aufgerückt, und kann neulich auch elektrochemisch durch Schmelzflusselektrolyse von Titandioxid-Kathoden unter Zuhilfenahme von Graphit-Anoden gewonnen werden. Dadurch kann Titanmetall praktisch überall da hergestellt werden wo Elektrizität verfügbar ist, und wo auch Aluminium hergestellt werden kann. Die Herstellung von Titanmetall über Schmelzflusselektrolyse kostet einen Bruchteil der klassischen Herstellung über den Kroll-Prozess. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass die gesamteTitandioxid-Produktion schon in absehbarer Zukunft der Herstellung von Titanmetall dienen wird. Darin könnte der wahre Beweggrund für den wachsenden Druck gegen die Verwendung von Titandioxid als Füllstoff und Weisspigment liegen. Dr. Edgar Müller, SICPA SA, Lausanne, Schweiz

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