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15. Sep 2021 // Lacktechnologien

Erste digitale ECS Konferenz

Zum ersten Mal fand die Konferenz der European Coatings Show Conference am 13. und 14. September virtuell statt. Die Veranstaltung bot ein umfangreiches und abwechslungsreiches Programm und ermöglichte den Austausch zwischen den 523 Teilnehmern, die aus aller Welt zuschalteten.

Ein Blick hinter die Kulissen der digitalen ECS-Konferenz: Die European Coatings-Redakteure Kirsten Wrede (links) und Damir Gagro im Studio bei der Vorbereitung der Veranstaltung.
Joost Broeders, Technical Director von Baril Coatings

In diesem Jahr sah die ECS-Konferenz ganz anders aus. Statt wie gewohnt im Konferenzzentrum in Nürnberg, nahmen die Zuhörer:innen von Zuhause oder aus ihrem Büro teil.

Dabei wurden aber natürlich nicht auf die vielen gewohnten Highlights verzichtet. So startete die Konferenz mit der Plenary Session. Nach einer Begrüßung erwartete die Teilnehmer eine Keynote, in der Joost Broeders, Technical Director von Baril Coatings (Bild links), zum Thema Nachhaltigkeit und den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen sprach.

Broeders begann mit einer beeindruckenden Grafik zum Earth Overshot Day, die verdeutlichte, dass der Tag, an dem die Nachfrage nach Ressourcen das übersteigt, was die Erde innerhalb eines Jahres auf natürliche Weise regenerieren kann, von Jahr zu Jahr früher liegt. Anschließend zählte er einige Initiativen auf, die sich mit diesen Problemen befassen, wie z. B. die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGS) der Vereinten Nationen und den Green Deal der Europäischen Kommission. Diese Ziele beeinflussen natürlich auch die Farben- und Lackindustrie in hohem Maße.

Broeders nannte dann einige Beispiele dafür, wie Baril Coatings die nötigen Veränderungen und die SDGs umsetzt. Das Unternehmen, das seit rund 20 Jahren einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit legt, nutzt beispielsweise Solarzellen und bezieht Windenergie, setzt Elektroautos ein und legt großen Wert auf Recycling und die Reduzierung von Plastikverpackungen, sowie auf die Schulung interner und externer Kunden. Joost Broeders betonte auch, dass sein Unternehmen versucht, so viele biobasierte und regionale Rohstoffe wie möglich zu verwenden und dass Prüfungen und Zertifikate eine wichtige Rolle spielen. „Aber wir können dies nicht allein tun“, erklärte er. „Wir arbeiten mit Partnern in der gesamten Lieferkette zusammen.“

Broeders beendete seine Keynote mit den niederländischen Worten „groen is doen“, was so viel bedeutet wie „Sei grün, tu es einfach“. Er betonte, dass es nur noch 100 Monate bis zum Klimagipfel 2030 sind, und forderte die Zuhörer auf, dass jetzt viele positive Veränderungen erreicht werden können.

Wer ist der Gewinner?

Anschließend wurde der Gewinner des European Coatings Show Awards bekannt gegeben. Der Preis ging dieses Jahr an Dr. Partha Majumdar von Dow Coating Materials aus den USA für seinen Beitrag: „Novel formulation optimization using Big Data, modeling, and predictive tools“. „Mein Team bei Dow und ich fühlen uns geehrt, diese prestigeträchtige Auszeichnung zu erhalten“, sagte Majumdar, der an der Plenary Session teilnahm, obwohl es bei ihm in den USA 3 Uhr morgens war.

Die Jury überzeugte der zukunftsweisende Fokus auf die Digitalisierung, einen der Megatrends, sowie die Themen Advanced Data Analytics und Machine Learning. Neben einer Skulptur umfasste der Award ein Preisgeld von 2000 Euro, das an eine wohltätige Organisation gespendet wird, da Majumdar das Geld nicht annehmen konnte.

Majumdar präsentierte seine Ergebnisse auch in der Session zur Digitalisierung, die am Vormittag stattfand. Die Sessions am Vormittag umfassten außerdem das EU-Projekt Decoat, Pigmente, Pulverlacke sowie Automobillacke.  Am Nachmittag folgten Sessions zu Druckfarben, funktionalen Beschichtungen, Kleb- und Dichtstoffen sowie Bautenfarben und den Projekten CHOPIN und Antisoil.

Ein zweiter Tag voller Highlights

Auch der zweite Tag der Konferenz bot eine große Vielfalt an Themen. Die Veranstaltung begann am Vormittag mit den Sessions zu den Themen Bauchemie, Holzbeschichtungen, Strahlenhärtung, wasserbasierte Beschichtungen und Korrosionsschutzbeschichtungen. Am Nachmittag standen die Themen biobasierte Beschichtungen, Polyurethane, Prüfen und Messen, Neue Materialien, sowie der zweite Teil der Korrosionsschutzbeschichtungen im Fokus.

Wie auch am ersten Tag fand das Matchmaking-Karussel Anklang, welches Teilnehmer:innen mit ähnlichen Interessen in kurzen Videokonferenzen zum Austausch zusammenbrachte.

Interviews mit Session Chairs und Referenten

Während der Mittagspause führten die Moderatoren kurze Interviews mit einigen der Session Chairs und Referenten. Dr. Volkmar Stenzel vom Fraunhofer IFAM, Chair der Session über Functional and Smart Coatings, erwähnte aktuelle Themen in diesem Bereich wie selbstheilende Materialien, effiziente Foul-Release-Beschichtungen für die Schifffahrt oder Technologien, die Substraten antistatische Eigenschaften verleihen. Er betonte, dass der Schwerpunkt im Bereich der intelligenten und funktionellen Beschichtungen in den letzten Jahren zunehmend auf der Nachhaltigkeit lag. 

Guy Buyle von Centexbel, Vorsitzender der Sitzung und Koordinator des EU-Projekts Decoat, erläuterte das Ziel des Projekts - das Recycling von beschichteten und lackierten Teilen auf der Grundlage von Textilien und Kunststoffsubstraten. Er erläuterte den Status quo der Forschungsaktivitäten und die beteiligten Partner. Das Projekt begann im Januar 2019 und hat einen Zeitrahmen von 4,5 Jahren.

„Ich lerne sehr viel“, sagte Dr. Henning Vogt von Hexion, der eine der beiden Sessions zum Thema Korrosionsschutzbeschichtungen leitete. Er betonte besonders, dass viele verschiedene Korrosionsschutzbeschichtungen - von wasserbasiert über High Solids bis hin zu lösungsmittelfrei - diskutiert wurden. „Das sind sehr moderne Ansätze“, betonte Vogt.

„Wir müssen nachhaltigere Lösungen finden“, forderte Eva Tejada von Covestro, Referentin in der Polyurethan-Session. Sie betonte, dass alle Teile der Industrie eine Rolle dabei spielen, von der Auswahl der Rohstoffe und Energiequellen bis hin zu den Technologien und Anwendungen. „Unser Ziel bei Covestro ist es, ein Unternehmen mit vollständiger Kreislaufwirtschaft zu werden.“

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