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31. Mai 2021 // Gesetze & Regularien

Sichere Gelbpigmente

Die Wassergefährdungsklasse dreier Gelbpigmente wurde neu bewertet und gelten nicht mehr als wassergefährdend. Wir haben mit VdL-Referentin Kathrin Mohr, was dies für die Farben- und Lackindustrie bedeutet.

Azopigmente und Azofarbstoffe werden nicht mehr pauschal gleich behandelt, was zu Erleichterungen bei den Pigmenten führt.
Bildquelle: paul - stock.adobe.com

Die WGK-Einstufung dreier wichtiger Gelbpigmente wurde neu bewertet. Wie kam es dazu?

Kathrin Mohr: Die Kommission zur Bewertung wassergefährdender Stoffe (KBwS) hatte 2014 die Einstufung von Azofarbstoffen und verschiedener Azopigmente in die höchste Wassergefährdungsklasse nach AwSV beschlossen. Die Einstufung als stark wassergefährdend basierte auf dem entsprechenden MAK-Eintrag. Die grundlegend unterschiedlichen Eigenschaften der Azopigmente im Vergleich zu Azofarbstoffen blieben dabei unberücksichtigt. Der MAK-Eintrag wurde nun auf Anregung der Industrie anhand von wissenschaftlichen Daten zu den Pigmenten überarbeitet. Hierdurch konnten die drei Gelbpigmente bezüglich ihrer Wassergefährdung neu bewertet werden und sind so nun als „nicht wassergefährdend“ eingestuft.

Was bedeutet die Neubewertung für die deutsche Druck- und Farbenindustrie?

Mohr: Durch die neue Einstufung der drei Pigmente Yellow 12, Yellow 13 und Yellow 83 als „nicht wassergefährdend“ werden auch viele Lacke, Farben und Druckfarben, die aufgrund der 2017 gültig gewordenen Einstufung der Pigmente ebenfalls in die höchste Wassergefährdungsklasse eingestuft werden mussten, nun wieder niedriger  eingestuft. Hierdurch können kostspielige Umbauten insbesondere an den Anlagen der Druckfarbenindustrie und deren Kunden verhindert werden.

Ist eine Neubewertung anderer Gelbpigmente zu erwarten?

Mohr: Durch den Gruppeneintrag werden nach wie vor für die Lack- und Druckfarbenindustrie wichtige Gelb- und Orangepigmente in die Wassergefährdungsklasse 3 eingestuft, obwohl sich diese chemisch kaum von den oben genannten Gelbpigmenten unterscheiden. Die Pigmenthersteller stehen in Kontakt mit dem Umweltbundesamt, um auch hier eine Anpassung der Einstufung zu erreichen.

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