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Donnerstag, 12. Dezember 2019

Zurück in eine biozidfreie Zukunft

Mittwoch, 07. Januar 2015 | Veröffentlicht von: Michael Richter, FARBE UND LACK

Zwischen den Jahren räume ich gerne auf und bereite mich so auf das neue Jahr vor. Dabei fiel mir der Artikel "Elektro-Lack – Abwechselnd positiv und negativ geladene Spannungsfelder sollen Schiffsrümpfe vor Bewuchs schützen. So ändert sich ständig der Säuregehalt des Wassers, was Muscheln und Algen abstößt" in die Hände." Ein spannendes Forschungsprojekt, das hoffentlich nicht genauso liegen bleibt wie der von mir gefundene Artikel.

Zu wenig Beachtung?

Wow! Das klingt doch superspannend denke ich mir und bin zuversichtlich, dass man durch den Einsatz dieser Technologie große Mengen an Bioziden für Schiffsbeschichtungen sparen und so unnötige Umweltbelastungen vermeiden kann.
Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik in Halle haben gemeinsam mit einigen Unternehmen von 2009 bis 2012 an diesem Projekt gearbeitet und geforscht. In meinen Augen sind dabei wichtige, bahnbrechende und spannende Ergebnisse erzielt worden. Testplatten, die mit dem neuartigen Lacksystem beschichtet wurden, blieben nämlich bis zu elf Monate bewuchsfrei und das völlig ohne die Verwendung von Bioziden.

Ein wichtiger Schritt fehlt

Ich frage mich also, wie der Stand der Dinge heute ist und warum diese Technologie  auch zwei Jahre nach Abschluss des Projektes noch keine breite Anwendung findet. Schließlich täte man damit nicht nur der Umwelt einen großen Gefallen, nein, auch zulassungsrelevante Fragen dürften durch das Weglassen von Bioziden deutlich einfacher zu beantworten sein.
Wo genau liegen also die Probleme und was verhindert eine breite Anwendung? Der entscheidende Schritt fehlt, nämlich der vom Labormaßstab in die Produktion. Das berühmte Upscaling-Problem stellt sich den Forschern also in den Weg, denn es ist ein großer Unterschied, ob man eine kleine Testplatte beschichtet oder aber den Rumpf eines Riesentankers.

Wie so oft: Es fehlt das Geld

Was also aussteht, sind weitere Tests. Dieses Mal in großem Maßstab und unter realen Bedingungen. Das bedeutet also, dass der Rumpf eines Frachters beschichtet und dessen Bewuchsresistenz beobachtet werden müsste. Hierbei ließe sich zum einen die Applizierbarkeit untersuchen und optimieren, zum anderen lässt sich die bewuchsfreie Zeit von bislang maximal elf Monaten sicherlich weiter steigern. Ab einer Geschwindigkeit des Frachters von 15 Knoten verhindert nämlich die auftretende Strömung einen Bewuchs der Schiffsaußenhaut.
Gute Gründe gibt es offensichtlich genug, sich weiter mit diesem Projekt zu befassen und weitere Ergebnisse zu sammeln - woran es allerdings fehlt, sind Forschungsgelder. Und vielleicht jemand, der sich mit Liegengebliebenem beschäftigt.

Nun sind aber Sie an der Reihe!

Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Haben Sie Vorschläge oder sogar Ideen?
Ich freue mich auf Ihre Kommentare und eine interessante Diskussion!

Viele Grüße
Michael Richter

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