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Sonntag, 18. August 2019

Zur Zukunft von Putz

Mittwoch, 26. Oktober 2016 | Veröffentlicht von: Kirsten Wrede, FARBE UND LACK

Kürzlich fiel mir ein Artikel über die Zukunft des Werkstoffs Putz in die Hände. Darin ist die Rede davon, dass innovatives Neubauten-Design in jüngster Zeit vor allem mit Glas, Stein oder Stahl verwirklicht wird, während der traditionelle und bewährte Werkstoff Putz das Nachsehen hat und vor allem im Bestandsbau eingesetzt wird.

Ja, tatsächlich, wenn ich an die Fassaden aufsehenerregender Bauwerke denke, fällt mir zum Beispiel die Elbphilharmonie in Hamburg ein, die nach langem Hin und Her im Januar 2017 nun doch endlich eröffnet werden soll.

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Diese macht nicht nur durch unendlich in die Höhe getriebene Kosten und extreme Zeitverzögerungen von sich reden, sondern auch durch eine spektakuläre Fassade aus multifunktionalen Isoliergläsern.

Nicht jedermanns Sache ist das 2002 eröffnete Verwaltungsgebäude der Nord/LB in Hannover – aber es fällt ins Auge. Es hat ein Stahlbetonskelett, das rundum mit Glasfassen verkleidet ist und auf mich ein bisschen wie ein verdrehter Zauberwürfel wirkt,

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Dies sind zwei völlig willkürlich gewählte neuere Bauwerke. Doch sie zeigen, dass auch mir spontan eher Glas- und Stahlfassaden einfallen, wenn ich an modernes Fassadendesign denke.

Warum aber wird Putz für Fassaden von Neubauten eher als zweite Wahl angesehen? Fehlen hier, wie von den Initiatoren vermutet, fehlende technische und gestalterische Innovationen? Gilt er als langweilig? Hält sich hartnäckig eine Art Billig-Image im Vergleich zu den als höherwertig angesehenen Materialien Glas und Stahl? Oder gibt es nicht doch interessante Entwicklungen bei Putzen, z.B. Marmorputz, Mineralputz, Putz-Stein-Kombinationen?

Diese Fragen stellt das Projekt "Rendering Codes/Zukunft Putz". Im ersten Teil der Forschungsarbeit wurde die Vergangenheit und Gegenwart von Putz betrachtet. Nun wollen das Institut für Zukunftsforschung in der Gestaltung (Institute international Trendscouting IIT HAWK Hildesheim) und die Fachgruppe Putz & Dekor des VdL "das Produkt im interdisziplinären Dialog weiterentwickeln und somit wieder zukunftsfähig einstellen, da dieser Werkstoff für unseren Kulturraum eine sehr wichtige Rolle spielt", sagte Prof. Markus Schlegel, Studiendekan und Professor für Farb- und Architekturgestaltung sowie Projektentwicklung Farbe an der HAWK in einem Interview.

Ich bin gespannt, was sich aus dem interdisziplinären Dialog mit Planern, Architekten, Handwerkern, Industrie und Studenten ergeben wird.

Was muss aus Ihrer Sicht passieren, damit der Werkstoff Putz eine Zukunft hat? Schreiben Sie mir: kirsten.wrede@vincentz.net.

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