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Samstag, 24. August 2019

Wieviel Europa haben wir ?

Freitag, 04. Dezember 2015 | Veröffentlicht von: Sonja Specks, FARBE UND LACK

Ich persönlich bin von dem System Europa sehr überzeugt. Nicht nur, dass ich meinen Personalausweis auf dem Flug nach Göteborg vergessen hatte und – dank des Schengener Abkommens – mit meinem Führerschein in andere Länder einreisen durfte. Im geschäftlichen Sinn ist schon das European Coatings Journal bemüht so viel Entwicklung im Lackbereich wie möglich auch aus anderen Ländern darzustellen. Auch die europäischen Konferenzen sind international bestückt. Und natürlich erst recht die European Coatings Show. Es fühlt sich nach einem Zusammenrücken an. Nach Gemeinschaft.

Eigenständigkeit versus Zusammenwachsen auch im Geschäftsleben?

Und dann kommt ein FiFa-Skandal. Die USA und die Schweiz stehen in der Aufklärungsarbeit vorne. Auch die Unterorganisation UEFA stecken mitten in diesem Sumpf, den ich nicht mehr überblicke und recht ekelig finde. Da passiert für mich gefühlt von europäischer Seite nichts. Auch die Flüchtlingskrise zeigt eine große Uneinigkeit in Europa. Aber ich möchte nicht zu großpolitisch werden.

Breche ich doch das europäische System herunter für die Kleb- und Lackbranche: Da hat gefühlt jedes europäische Land eine eigene VOC Verordnung und ein eigenes Eco-label. Was uns einzig eint sind die Unkenrufe zum Thema Reach. Verbände mühen sich, Einigung für ihre Branche zu erzielen. Aber ehe das passiert taucht aus irgendeinem EU-Land schon wieder eine neue Regularie auf. Sei es, weil das europäische System schlichtweg zu träge ist, oder aber, weil es den einzelnen Ländern trotz geschlossener europäischer Kompromisse nicht weit genug geht und sie die Verschärfung suchen. Die Leidtragenden sind die Unternehmen, die ihre Lacke z.B. innerhalb Europas verkaufen und viel Zeit damit verbringen zu prüfen, ob ihr Lack auch in jedem EU-Land Ecolabel-konform ist.

Nehmen wir uns die Zeit, Europa aus den Kinderschuhen zum richtigen Laufen zu bekommen?

Das Jammern kann also nicht größer sein: Gemeinschaft suchen und im Detail nicht finden. Dabei möchte ich zu bedenken geben, dass diese politische Einigkeit, auf Krieg zu verzichten und näher zusammenzurücken, eine sehr junge Idee ist. Europa ist erst so richtig seit der Währungsunion 2002 zum Zusammenwachsen verpflichtet und muss sich - selbst wenn die 50er Jahre als europäische Basis dienen - erst noch beweisen. Kinderkrankheiten der Verwaltung, des politischen Systems, der Eigenständigkeit der einzelnen Staaten und der gleichzeitig geforderten Verbrüderung müssen noch ausgestanden werden. Leider warten die Probleme der Welt im Kleinen und Großen nicht darauf, bis wir damit fertig sind.
Wie ergeht es Ihnen? Könnten Sie auf diesen mehr oder weniger geeinten Wirtschaftsraum Europa verzichten? Ich persönlich finde das System ist eine tolle Idee, die es gilt weiter voranzubringen. Nicht zu stoppen, Uneinigkeiten gehören unter Geschwistern dazu. Der Gedanke zählt und sollte immer und immer wieder erinnert werden, damit die Familie bestehen bleibt.

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