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Mittwoch, 28. Oktober 2020

Wie wollen wir morgen leben?

Mittwoch, 30. Mai 2012 | Veröffentlicht von: Michael Bross, VdL e.V.

… so lautet die spannende Gegenwartsfrage. Die Suche nach der Antwort gestaltet sich aufregend und wenig einfach. Da ist die Forderung nach Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und umweltverträglichem Leben, Wohnen und Arbeiten. Uns vorgerechnet, dass wir die Ressourcen der Erde schneller verbrauchen, als sie sich regenerieren können. Das neueste Schlagwort aus dem Ökolager heißt jetzt "Green Economy". Ein Schelm, der dabei an grünen Käse denkt …

Ganz ernsthaft werden gegenwärtig aber Forderungen vorgetragen, unsere Wirtschaft zu entmaterialisieren, stärker auf Dienstleistungen und weniger auf dingliche Güter zu setzen. Mal abgesehen davon, dass das die Welt nicht retten wird, denn in anderen Gegenden der Welt kämpfen die Menschen darum, überhaupt erst mal die Güter für’s tägliche Überleben zu erzeugen, sollte man auch für entwickelte Industriegesellschaften Vorsicht walten lassen.

Die politischen Freibeuter führen uns gegenwärtig vor, was sie von nichtmateriellen Dienstleistungen halten: Nicht viel! Literatur, Musik, Film – also all die Güter, bei denen man am ehesten sagen kann, dass der physische Träger nachrangig ist, verglichen mit dem immateriellen Wohlbefinden, das dieses Kulturgut auslöst – geraten unter massiven Druck und sollen am besten kostenfrei im Netz verfügbar sein. Mit solch einer Grundeinstellung kann man natürlich keine vernünftige Wirtschaftsordnung aufrechterhalten. Was den Kämpfern gegen Urheberrechte und geistiges Eigentum wahrscheinlich entgeht, ist die Tatsache, dass sie mit ihrem Feldzug unbeabsichtigt auch einer Kampagne gegen Dienstleistungen den Weg bereiten. Wenn die Leistung eines Schriftstellers, eines Übersetzers, eines Kreativen nichts mehr wert ist, wie soll dann Wertschätzung für Handwerk und Instandhaltung prosperieren?

Wenn wir eine weniger materialistische Gesellschaft und Wirtschaft wollen, wenn wir also nachhaltiger leben möchten, kann es uns nicht gleichgültig sein, wenn Ideenreichtum, Kreativität und Einfallsreichtum zu kostenfreien Ubiquitäten degradiert werden. Früher sind wir mit der Natur so gedankenlos umgegangen: Alles war "einfach da" und konnten hemmungslos ausgebeutet werden. Die dadurch verursachten Umweltprobleme haben wir gerade erst bewältigt. Und das sollte uns zu denken geben, in der gegenwärtigen Diskussion über die Neuausrichtung unserer Gesellschaft.

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