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Sonntag, 21. Oktober 2018

Wettbewerb: Gibt es zu wenig Anbieter von Titandioxid?

Dienstag, 12. Dezember 2017 | Veröffentlicht von: Jan Gesthuizen, FARBE UND LACK

Letzte Woche machte die Meldung die Runde, dass die "weiße Hochzeit" zwischen den beiden Pigmentherstellern Tronox und Cristal unter Beschuss ist. Die amerikanische Wettbewerbsbehörde fürchtet, Tronox könnte als dominanter Hersteller die Produktion von TiO2 reduzieren und den Preis weiter in die Höhe treiben. Hat sie recht?

Noch im Frühjahr sah es danach aus, als wenn Tronox sich zum unumwundenen Star der Titandioxidproduzenten aufschwingen könnte. Für fast 1,6 Milliarden Dollar und ein 24-prozentiges Tronox-Aktienpaket wollte das US-Unternehmen die Titandioxidsparte von Cristal übernehmen. Tronox brüstete sich, den größten und am weitesten integrierten TiO2-Produzenten der Welt zu schaffen.

Oligopol für Titandoxid befürchtet

Genau darin liegt aber nun das Problem. Die US-Wettbewerbshüter von der FTC (Federal Trade Commission) haben ein Wettbewerbsverfahren gestartet, mit dem Ziel, den Kauf noch zu verhindern. Würde der Deal zustande kommen, hätten mit Tronox und Chemours in den USA zwei Unternehmen zusammen 80 % des Marktes unter sich aufgeteilt. Ein solches Oligopol dürfte auch den Farben- und Lackherstellern in den USA ein Dorn im Auge sein.

Tronox sieht die Angelegenheit natürlich anders und argumentiert, die FTC betrachte ausschließlich Titandioxid, dass nach dem Chloridverfahren hergestellt werde. Immerhin würde TiO2 nach dem Sulfatverfahren fast die Hälfte des Weltmarktes ausmachen.

Wechsel auf Sulfatverfahren eine Lösung?

So ganz folgen mag ich dieser Argumentation nicht, denn wie in anderen Industrienationen auch, spielt in den USA Titandioxid aus dem Chloridverfahren die größere Rolle am Markt. Laut FTC würden Tronox und Chemours 80 % der Titandioxidproduktion nach dem Chloridverfahren in Nordamerika unter sich aufteilen. Der Wechsel auf Titandioxid aus den Sulfatverfahren sei für Anwender dagegen nicht immer ohne Weiteres möglich, sagt die FTC. Es würde zusätzliche Kosten oder großer Aufwand damit verbunden sein. 

Und natürlich ist das Thema größer als die USA, den auch global gesehen, ist die Anzahl an Titandioxidproduzenten vergleichsweise überschaubar. Die Klagen über Preisdiktate der großen Hersteller sind schon heute an der Tagesordnung und werden lauter.

Der Wettbewerb ist gefährdet

Die zusammengerechnete Produktionskapazität von Tronox und Cristal liegt bei ca. 1,3 Millionen Tonnen TiO2-Pigmenten im Jahr. Chemours liegt bei nicht ganz 1,2 Millionen Tonnen im Jahr. Schätzungen gehen davon aus, dass die jährliche Gesamtproduktion im Jahr 2015 bei etwa 5,3 Mio. Tonnen lag.

Auch wenn die Zahlen nur Näherungen sind und sich hier und da etwas geändert hat, die Richtung ist klar. Der Titandioxdmarkt steuert, sollte der Kauf zustande kommen, auf eine Dominanz durch lediglich zwei Konzerne hin. Die Folge könnten weitere Fusionen und Übernahmen anderer großer Hersteller sein. Und das würde zu noch weniger Wettbewerb führen.

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